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Der Erwerb von Konstruktionen im Nachfeld

Eine Analyse deutschsprachiger CHILDES-Daten

Daniela Elsner

Die Arbeit befasst sich zum einen mit der Frage, wie das Ende von deutschen Sätzen beschrieben werden kann, wo es anfängt und wo es aufhört. Zum anderen fragt sie danach, wie Kinder die Konstruktionen erwerben, die am Ende von Sätzen stehen. Auf Basis einer umfangreichen Korpusanalyse wird herausgestellt, dass Kinder sowohl Phrasen als auch Sätze im Nachfeld positionieren. Die phrasalen Elemente zeichnen sich zum Teil dadurch aus, dass sie verfestigte Strukturen darstellen, die ihre ursprüngliche Semantik verloren haben und im Diskurs eine bestimmte Funktion übernehmen. Beim Erwerb sententialer Elemente verlassen Kinder sich zu Beginn sehr stark auf verfestigte Einheiten. Die ersten komplexen Konstruktionen können daher nicht als Haupt-/Nebensatzgefüge analysiert werden.

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5. Der Erwerb von sententialen Konstruktionen im Nachfeld

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5.1 Überblick Nachdem untersucht wurde, ob und ab wann die Kinder phrasale Nachfeldbeset- zungen vornehmen, soll es im Folgenden um eine spezifische Art und Weise gehen, das Nachfeld zu besetzen. Satzförmige Konstruktionen tendieren am stärksten dazu, im Nachfeld aufzutreten, was wohl an der syntaktischen Kom- plexität der daraus resultierenden Äußerung liegt. Es geht nun nicht mehr um eine synchrone Betrachtung satzförmiger Nachfeldbesetzungen, sondern viel- mehr möchten wir uns der Frage widmen, wie Kinder diese Strukturen im Nach- feld erwerben. Dabei beschränken wir die Untersuchung auf finite Objektsätze, da diese von den Kindern schon früh und recht zahlreich produziert werden. Grundlage bilden – wie in Kapitel 4 – die Transkripte von Spontansprachauf- nahmen von sechs deutschsprachigen Kindern. Folgendermaßen werden wir vorgehen: Zunächst muss eine grundlegende Definition erfolgen, was unter Ne- bensätzen zu verstehen ist und wie sie bestimmt werden können (Kapitel 5.2). In diesem Zusammenhang soll ein Modell entwickelt werden, dass sich an der Pro- totypentheorie orientiert und es ermöglicht, festzulegen, inwiefern (Teil)sätze prototypische Merkmale von Nebensätzen tragen und eindeutig als solche kate- gorisiert werden können. Um den Bezug zum Nachfeld herzustellen, folgt ab- schließend eine Darstellung, welche satzförmigen Elemente dort auftreten kön- nen. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Frage danach, wie Kinder Sprache – im speziellen Nebensätze – erwerben, und diskutiert zwei theoretische Ansätze zur Explikation des Spracherwerbs, um zu klären, welcher Ansatz für eine Ana-...

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