Show Less

Dezentrale Arzneimittelrabattvereinbarungen

Der Selektivvertrag zwischen markt- und staatsförmigen Allokationsmechanismen

Series:

Christian M. Moers

Die Arbeit beschäftigt sich mit den sogenannten Rabattverträgen zwischen Krankenkassen und pharmazeutischen Unternehmen. Die Untersuchung stellt die Regelung und ihre Funktionsweise im Sozialversicherungssystem dar. Sie widmet sich der wirtschaftlich und rechtlich veränderten Stellung der Krankenkassen und stellt die maßgeblichen Normen vor, die für die Rabattverträge Bedeutung entfalten können. Ausgehend von den historischen Entwicklungen der Verteilungsmechanismen im Gesundheitssystem macht der Verfasser Vorschläge, gängige rechtliche Einordnungen, die den vielzitierten Wettbewerb im Gesundheitswesen, die Krankenkassen als Nachfrager und die dezentralen Arzneimittelvereinbarungen betreffen, zu hinterfragen – insbesondere im Hinblick auf die Begrifflichkeiten des Vergaberechts.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 4 Zusammenstellung der wichtigsten Ergebnisse und einige Anwendungsbeispiele

Extract

[Einzelheiten zu den Rabattverträgen] 1. Als die Vorschrift des § 130a Abs. 8 SGB V im Jahre 2003 in Kraft trat, wurde keine Bibliothek zu Makulatur885. Die Öffentlichkeit war nicht sonderlich interessiert. Und auch die Fachkreise wussten mit dieser Vor- schrift mangels Anreizen der pharmazeutischen Unternehmer, Rabattver- träge abzuschließen, zunächst wenig anzufangen. Das änderte sich durch die Einführung verschiedener flankierender Anreizmechanismen durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz im Jahre 2007. 2. Die Rabattverträge stellen eine Besonderheit im Preisrecht für Arzneimit- tel dar. Hier modifizieren sie die sonst strikte Regulierung durch das AMG in Form von Einheitspreisen und Rabattverboten auf den Handels- stufen. Die Krankenkassen dürfen vom offiziellen Preis abweichen und zahlen über den Rabatt einen „inoffiziellen“, weil Dritten nicht näher be- kannten, Preis für das Arzneimittel. Es existieren damit für Rabattarz- neimittel zwei Preise: Offizielle Listenpreise anhand der Lauer-Taxe und inoffizielle Preise zugunsten der Krankenkassen, die Rabattverträge ab- schließen. 3. Die Rabattverträge gem. § 130a Abs. 8 SGB V entfachen einen Wettbe- werb um die größtmögliche „inoffizielle“ Unterschreitung der Festbeträ- ge, da die Festbetragsdifferenz als Mindestrabatt vorgeschrieben ist. Ei- nen Wettbewerb um die größtmögliche Senkung der Listenpreise verstär- ken sie nicht. 4. Bei Risk-Share-Verträgen, die durch das AMNOG ausdrücklich für zu- lässig erklärt wurden, wird es den Krankenkassen nicht in erster Linie um die Erzielung eines Rabattes gehen, da eine solche Intention Risk-Share- Vereinbarungen von vornherein unzulässig machen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.