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Die Taliban in den Stammesgebieten Pakistans

Eine sicherheitspolitische Analyse der Jahre 2001–2011

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Carsten Michels

Der Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan gegen Ende 2001 setzte Entwicklungen in Gang, welche die über Jahrzehnte weitestgehend friedlichen pakistanischen Stammesgebiete (FATA) zu einer durch Kämpfe und Anschläge geprägten Region haben werden lassen. Militante Islamisten verfolgen seitdem von hier aus ihre regionalen und internationalen Ziele – auch gegen Deutschland. Die Studie behandelt die Frage nach der Herstellung von Sicherheit in den FATA und stützt sich auch auf die Analyse der sicherheitspolitischen Akteure. Die Schlussfolgerungen legen nahe, die Politik gegenüber den FATA mehr im historischen und regionalen Kontext zu formulieren. So erscheinen die Erfahrungen der Offiziere der «British Raj» dienlicher, als die Hatz nach raschen Ergebnissen im Korsett des «US War on Terror».

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5 Zusammenfassung, Bewertung, Empfehlungen und Ausblick

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„For Pakistan it is a question of survival. Two hostile countries at its borders is not acceptable".1503 Im Schlusskapitel sollen zunächst die im Verlauf der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse im Kontext der zentralen Fragestellung zusammengefasst werden. Dazu bietet sich eine zeitliche Zweiteilung an: von der Über­ nahme der britischen Kolonialherrschaft über die Gründung Pakistans bis zum Herbst 2001 und schließlich bis zum Ende des Untersuchungs­ zeitraum im Herbst 2011. Anschließend gilt es, die in Kapitel vier zu­ sammengetragenen Informationen über die sicherheitspolitischen Her­ ausforderungen und die Kontrollmaßnahmen zu bewerten. Abschlie­ ßend wird die zentrale Fragestellung nach der Wiederherstellung von Kontrolle in den Stammesgebieten in drei Abschnitten erläutert, ehe ein Ausblick die Untersuchung abschließt. 5.1 Sicherheitspolitische Herausforderungen und Kontrolle (1849-2001) Die für die Beantwortung der Ausgangsfrage nach der Kontrollfähigkeit der Stammesgebiete wesentlichen Informationen und Entwicklungen sollen fortfolgend chronologisch und an den Unterkapiteln orientiert komprimiert dargestellt werden. Für die Anstellung weiterführender Überlegungen ist es hilfreich, sich die Ausgangssituation nochmals vor Augen zu halten: Die pakistanischen Stammesgebiete sind aufgrund ihrer Topographie und ihres Klimas ein in weiten Teilen lebensfeindliches Terrain.1504 Sie sind das Siedlungsgebiet der Paschtunen, die dies- und jenseits der af­ ghanisch-pakistanischen Grenze leben. Für diese ethnische Gruppe cha­ rakteristisch ist ihre Organisation entlang von Stammes-, Clan- und Fa­ milienloyalitäten, welche auch im Konfliktfall die Grenze zwischen Freund und Feind definieren. Die Rolle des Einzelnen, die Beziehungen untereinander und die Art und Weise der Konfliktaustragung regelten ursprünglich ausschlie...

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