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Niceta von Remesiana

Seelsorge und Kirchenpolitik im spätantiken unteren Donauraum

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Alina Soroceanu

Niceta, Bischof von Remesiana (heute Bela Palanka, Serbien), hat an der Schwelle des 4./5. Jahrhunderts Katechesen zur Unterweisung der Taufkandidaten verfasst. Seine Instructio ad competentes ist eine der wenigen erhaltenen Sammlungen dieser Art aus der Spätantike. Diese Studie rekonstruiert anhand historischer, theologischer und archäologischer Quellen Nicetas Tätigkeit als Seelsorger im Prozess der Christianisierung der Völker in den lateinischen Provinzen südlich der unteren Donau, sowie seine Rolle als Vermittler zwischen Rom und Illyricum in der Entstehungsphase des päpstlichen Vikariates von Thessalonike. Außerdem wird durch die Untersuchung seines Nachlebens ein sehr breites Rezeptionsspektrum, von Historizität bis zur Volksfrömmigkeit und zu nationalen Mythologien, dargelegt.

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IV. DER BISCHOF NICETA UND SEIN BISCHOFSSITZ IN DACIA MEDITERRANEA

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IV.1. Illyricum am Ende des 4. und zu Beginn des 5. Jh. Die folgenden Streifzüge durch die Geschichte Illyricums in der zweiten Hälfte des 4. Jh. und in den ersten Jahrzehnten des 5. Jh. sollen lediglich einige Fakten in Erinnerung bringen, die zum besseren Verständnis der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage der Provinz Dacia Mediterranea innerhalb der o. g. Zeitspanne beitragen sollen.1 Gleichzeitig bilden sie auch den Hintergrund für die komplexe kirchenpolitische Konstellation der lateinischen Bistümer in den Diözesen Dacia und Macedonia am Vorabend der Gründung des päpstlichen Vikariates von Thes- salonike. Der Begriff „Illyricum“ war in der Spätantike verhältnismäßig schwankend, er wurde der sich stets wandelnden politischen Lage südlich der unteren Donau angepasst.2 Gleich nach den Reformen von Diokletian umfasste Illyricum die Diözesen Pannonia, Dacia und Macedonia. Im Jahre 338 wurde diese Region zwi- schen Constantius II. und Constans geteilt, bis zum Ende des 4. Jh. erlebte sie wei- tere Teilungen.3 Am Ende des 4. /zu Beginn des 5. Jh. gehörten zum Westillyricum laut ND occ. die Provinzen Pannonia prima und secunda, Savia, Dalmatia, Noricum Mediterraneum und Noricum Ripense.4 Zum Ostillyricum gehörten, so wie es in der ND or. zu finden ist, die Diözese Macedonia mit sechs Provinzen und die Diö- 1 Maßgebend für die allgemeine Entwicklung der Wirtschaft, für die Verwaltung und das Sozialleben im spätantiken Illyricum siehe VELKOV 1977 und VELKOV 1980. 2 Zur historischen Entwicklung...

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