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Niceta von Remesiana

Seelsorge und Kirchenpolitik im spätantiken unteren Donauraum

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Alina Soroceanu

Niceta, Bischof von Remesiana (heute Bela Palanka, Serbien), hat an der Schwelle des 4./5. Jahrhunderts Katechesen zur Unterweisung der Taufkandidaten verfasst. Seine Instructio ad competentes ist eine der wenigen erhaltenen Sammlungen dieser Art aus der Spätantike. Diese Studie rekonstruiert anhand historischer, theologischer und archäologischer Quellen Nicetas Tätigkeit als Seelsorger im Prozess der Christianisierung der Völker in den lateinischen Provinzen südlich der unteren Donau, sowie seine Rolle als Vermittler zwischen Rom und Illyricum in der Entstehungsphase des päpstlichen Vikariates von Thessalonike. Außerdem wird durch die Untersuchung seines Nachlebens ein sehr breites Rezeptionsspektrum, von Historizität bis zur Volksfrömmigkeit und zu nationalen Mythologien, dargelegt.

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V. DIE REZEPTION DES BISCHOFS NICETA UND SEINER WERKE

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Die Nachwirkung der Bischofsgestalt Nicetas von Remesiana lässt sich weitgehend mit einer erweiterten Definition des Begriffs der kulturellen Rezeption beschrei- ben.1 Die von ihm verkörperten kulturellen Werte und Vorstellungen sind in späte- ren Zeiten nicht nur in fremdes Gedanken- und Kulturgut eingegangen und über- nommen worden, sondern ganze Begriffe, Gedanken und Überzeugungen sind von anderen Kulturen „in eigene Kontexte adaptiert und zu einem eigenständigen Neuen transformiert worden.“ Die tatsächliche Bedeutung Nicetas zeigt sich letzten Endes in der Art und Weise, in der ihn die Nachwelt rezipiert hat. Dabei ist zwischen der Rezeption seiner Werke bzw. der Wirkungsgeschichte einerseits und seiner Persönlichkeit andererseits zu unterscheiden.2 V.1. Nicetas Schriften bei spätantiken und frühmittelalterlichen Autoren Das Nachleben seiner Werke wurde im Laufe der Jahrhunderte vor allem vom historisch-theologischen Kontext beeinflusst. Solange die Erwachsenentaufe noch praktiziert wurde, wurden Nicetas Schriften für den Unterricht der zukünftigen Taufbewerber weiter verwendet, vor allem für jene Bewerber, die keine hoch- theologischen Katechesen bedurften. Nicetas Schriften sind in diesem Sinne als „erstes umfassendes katechetisches Handbuch der abendländischen Kirche“3 anzusehen, was ihre weite Verbreitung in der Spätantike, bis nach Spanien oder Nordafrika, verständlich macht. Verwendung fanden die niketeischen Schriften auch im Rahmen theologischer Auseinandersetzungen mit christlichen Gruppen, die gewisse Abweichungen von der nicänischen Orthodoxie zeigten, vor allem mit den Anhängern des Arius und anderen damit verwandten Spaltgruppen. Überall da, wo sich noch bis Anfang des 7. Jh. der Arianismus parallel zum trinitarischen Christentum...

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