Show Less

Globale und regionale Machtstrukturen

Globale oder duale Hegemonie, Multipolarität oder Ko-Evolution

Reinhard Hildebrandt

Deutet sich die Neuauflage des Ost-West-Konflikts oder das Entstehen einer multipolaren Machtstruktur an? Das Festhalten der USA an Hegemonialvorstellungen kann beides bewirken. Ist für Europas Zukunft die Ausrichtung auf Eurasien oder auf Nordamerika vorteilhafter? Bislang dominieren Nullsummenspiele die Beziehungen der Global Player untereinander. Geeignete Theorien für Ko-Evolutionen sind noch zu entwickeln. Der Rekurs auf gescheiterte Modelle der Vergangenheit – wie das Fünfmächtesystem des 19. Jahrhunderts – kann helfen, Fehler in der Neustrukturierung der internationalen Beziehungen zu vermeiden. Der Ausrichtung auf ein globales Gemeinwohl steht derzeit der dominierende Kampf um die Durchsetzung von unterschiedlichen Wertesystemen entgegen – dieses Buch zeigt Lösungsansätze auf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

C. Zwei US-amerikanische Planspiele und Realisierungsversuche nach dem Ende des Ost-West-Konflikts 1990

Extract

Nach dem unerwartet friedlichen Ende des Ost-West-Konflikts fühlten sich ins­ besondere US-Strategen herausgefordert, die Welt neu zu ordnen und den sieg­ reichen USA eine führende Rolle einzuräumen. Die Machtelite der zu Russland geschrumpften Sowjetunion benötigte noch mehrere Jahre zur Anpassung an den Verlust ihrer hegemonialen Position. Versuche, die unabhängig gewordenen vormaligen Gliedstaaten der Sowjetunion erneut zu vereinen, scheiterten. China begann seinen Aufstieg als führende Wirtschaftsmacht und die EU hatte Mühe, ihren Platz im „Konzert“ der Weltmächte zu finden. Die aufstrebende indische Wirtschaft litt unter der unzulänglichen Infrastruktur des Landes. Brasilien überwandt seine vormalige Abhängigkeit von den USA. I. US-Strategie nach dem Ende des kalten Krieges - Zbigniew Brzezinskis Konzeption des (un)aufhaltsamen Aufstiegs der globalen Demokratie3 1. Die „beispiellose Rolle“ der USA (Zbigniew Brzezinski) Knapp zehn Jahre nach Ende des Ost-West-Konflikts könne laut Zbigniew Brzezinski (unter Präsidenten Carter Chef des Nationalen Sicherheitsrats der USA) von der Existenz eines demokratischen Konsens als „Tatsache“ ausge­ gangen werden, und dieser - Orientierung ermöglichende sowie für das politi­ sche Handeln der Menschheit als Maßstab dienende - Konsens sei maßgeblich mit der „beispiellosen Rolle“ verbunden, die die Vereinigten Staaten nach dem Ende des kalten Krieges spielten. Die internationale Politik sei heute von drei zentralen, untereinander in einem engen Verhältnis gegenseitiger Beeinflussung und Interdependenz verknüpfter Faktoren bestimmt, „von dem Primat der ame­ rikanischen Macht, der Attraktivität der demokratischen Idee und dem Erfolg der freien Marktwirtschaft“. „Amerika“, versicherte...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.