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Alexander von Humboldts Metaphysik der Erde

Seine Welt-, Denk- und Diskursstrukturen

Hans-Otto Dill

Anhand Alexander von Humboldts amerikanischem Reisewerk ( Reise in die Äquinoktialgegenden des neuen Kontinents, Politische Essays über Mexiko und Kuba) wird in dieser Untersuchung in Verbindung mit der Erdphilosophie seines Kosmos nachgewiesen, dass dessen Denk- und Diskursstrukturen auf einem in der Dialektik Erde-Mensch kulminierenden System von Binomen beruhen. Mit ihrer Hilfe sei es dem preußischen Natur- und Kulturwissenschaftler gelungen, wesentliche kausalgenetische Zusammenhänge zwischen der spezifisch lateinamerikanischen Natur und den indigen-kreolischen Gesellschaften auf diesem Subkontinent aufzudecken. Auch die respektiven Unterschiede zu Europa lassen sich mit dessen anderer Natur und Kultur – im Unterschied zu rassistischen und biologistischen Theorien – erklären.

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Zehntes Kapitel: Globalisierung der Wissenschaft – Wissenschaft der Globalisierung –Globalisierung als Wissenschaft

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179 Zehntes Kapitel: Globalisierung der Wissenschaft – Wissenschaft der Globalisierung – Globalisierung als Wissenschaft Die „Entdeckung“ Amerikas verstärkte laut Humboldt das Streben nach Naturbeobachtung wegen der Fülle und Andersartigkeit der Vegetation, sowie nach Kenntnis der Südsee und der Westküsten Amerikas und Ostküsten Eurasiens, der Größenverhältnisse der Landmassen und der Meere des Planeten. Die von den Hellenen übermittelte Erdkenntnis habe sich in wenigen Jahren um das zweifache vermehrt (ibd., 138) – eine echte Beschleunigungsphase der Menschheitskultur also. Humboldt stellt den Kulturtransfer als historischen Prozess dar, der alles menschheitlich Substantielle von Generation zu Generation, von Jahrhundert zu Jahrhundert vermehrt und verbessert weitergibt. Die Jetztzeit ist für ihn dessen alleiniger Nutznießer, nicht aber sein alleiniger Produzent. Humboldts Kosmos ist nicht nur Kulturgeschichte, sondern auch Kul- turgeographie. Genau so wichtig wie seine historisch-chronologische Dar- stellung des Weltwissens im Wandel der Zeiten ist seine Untersuchung und Präsentation des Wissenstransfers durch den Raum, die Migration der Weltkulturgüter von einem Kulturraum zum anderen. Daraus folgt seine Betonung der Bedeutung der Kommunikation, der Sprachen, der Verkehrsmittel, des internationalen und interkulturellen Kontakts, der Information und Medien als räumliche Distanzen überbrückende Instanzen, durch welche die Menschheit ihren Planeten Erde als Ganzheit in Besitz nimmt - ein Vorgriff auf die Moderne! Letztes aber nicht unwichtigstes Glied der zu Humboldts Zeiten laufenden und von ihm aktiv in Reisen und Schriften mitbetriebenen Erderoberung durch den Menschen ist für ihn sowohl der beachtliche Beitrag der Wissenschaft zur Globalisierung als auch die fortschreitende Globalisierung...

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