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Alexander von Humboldts Metaphysik der Erde

Seine Welt-, Denk- und Diskursstrukturen

Hans-Otto Dill

Anhand Alexander von Humboldts amerikanischem Reisewerk ( Reise in die Äquinoktialgegenden des neuen Kontinents, Politische Essays über Mexiko und Kuba) wird in dieser Untersuchung in Verbindung mit der Erdphilosophie seines Kosmos nachgewiesen, dass dessen Denk- und Diskursstrukturen auf einem in der Dialektik Erde-Mensch kulminierenden System von Binomen beruhen. Mit ihrer Hilfe sei es dem preußischen Natur- und Kulturwissenschaftler gelungen, wesentliche kausalgenetische Zusammenhänge zwischen der spezifisch lateinamerikanischen Natur und den indigen-kreolischen Gesellschaften auf diesem Subkontinent aufzudecken. Auch die respektiven Unterschiede zu Europa lassen sich mit dessen anderer Natur und Kultur – im Unterschied zu rassistischen und biologistischen Theorien – erklären.

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Erklärung des Autors in eigener Sache

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Vorstehende Untersuchung ist lediglich ein Register der binären mentalen und narrativen Strukturen Humboldts ohne jeden Versuch, deren Wirklich- keitsadäquatheit zu überprüfen, was auch angesichts der Vielzahl von im Werk Humboldts involvierten Wissenschaften ein unmögliches Unternehmen wäre. Ich schrieb keine wissenschaftsgeschichtliche, sondern eine literaturwissen- schaftliche Abhandlung. Ich habe weitgehend die besonders in geographischer und kulturhistori- scher Hinsicht übliche falsche Terminologie, also semantisch inadäquate Bezeichnungen wie Amerika, Lateinamerika, Indianer usw. verwendet, um ein Minimum an Verständnis mit dem Leser zu erreichen. Auch benutze ich wie Humboldt das Wort „Neger“ in historischen Zusammenhängen, zumal die heutige Bezeichnung „afrolateinamerikanisch“, einen leicht diskriminierenden bzw. Ausschlusscharakter hat. Fidel Castro wird nie als „Eurokubaner“, sondern als Kubaner, der schwarze kubanische Lyiker Nicolás Guillén dagegen permanent von europäischen Literaturwissenschaftlern als „Afrokubaner“ tituliert. Auch behalte ich die historische Bezeichnung „Negersklaverei“ bei, obwohl es politisch korrekt Schwarzensklaverei heißen müsste. Zudem musste ich mich angesichts der Tatsache, dass die meisten der heutigen Übersetzungen wichtige etymologische und damit auch intertextuelle Sachbezüge zu anderen Autoren eliminieren, für die jeweils am meisten sinn- und etymongetreu erscheinenden Textvarianten entscheiden bzw. im Ausnahme- fall unautorisierte eigene Übertragungen verwenden. Ich zitiere daher aus meh- reren statt wie sonst allgemein üblich aus einer einzigen Quelle. Der Autorentext berücksichtigt die heutigen Rechtschreibungsvorschrif- ten, behält aber in den zitierten Fremdtexten die jeweilige originale historische Orthographie bei. Sigelverzeichnis Aufbr = Alexander von Humboldt: Aufbruch in die Moderne AdN = Alexander von Humboldt: Ansichten der Natur HOD...

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