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«Südwest ist u. bleibt das Land der Ueberraschungen u. Enttäuschungen»

Die Tagebücher des Missionskaufmanns Gustav Hellmann und seiner Frau Elisabeth, 1907-1923

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Edited By Christiane Küchler Williams and Marianne Bechhaus-Gerst

Im Jahr 1907 reiste der Barmer Gustav Hellmann in die damalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika, um eine Stelle als Missionskaufmann in Karibib anzutreten. Während seines sechzehnjährigen Aufenthaltes füllte er drei Tagebücher, welche hier zusammen mit den Aufzeichnungen seiner Frau Elisabeth zum ersten Mal veröffentlicht werden. Die Tagebücher bieten einen einmaligen Einblick in das Leben der weißen deutschen Kolonialbevölkerung – mit Alltagsbeschreibungen und Kolonialhausfrauensorgen, Kommentaren zu den Kolonialkriegen gegen Herero und Nama, gesellschaftlichen und politischen Beobachtungen. Eingeleitet und abgerundet wird das Buch mit Übersichtskapiteln zur Familiengeschichte, dem zeitgenössischen Deutsch-Südwestafrika und der besonderen Situation der Frauen in den Kolonien.

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Einleitung

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Die Tagebücher – Gustav Hellmann Der Barmer Kaufmann Gustav Hellmann (1852-1937) reiste 1907 in die damali- ge Kolonie Deutsch-Südwestafrika, um eine Stelle als Missionskaufmann bei der Firma Hälbich in Karibib anzutreten. Während seines sechzehnjährigen Auf- enthaltes, unterbrochen nur von einem Deutschlandbesuch im Jahre 1912, führte er gewissenhaft Tagebuch. Seine drei Bände umfassenden Aufzeichnungen be- finden sich im Privatbesitz der Nachkommen und werden hier, zusammen mit den zwei kurzen Tagebüchern seiner Frau Elisabeth, zum ersten Mal veröffent- licht. Gustav Hellmanns Tagebuch ist – buchstäblich vom ersten bis zum letzten Eintrag – geprägt von einem tiefen Pietismus. Bibel- und Kirchenliederzitate sowie Gebetswünsche und Dankesgebete durchziehen alle Tagebücher – kom- mentieren, bestärken und trösten über die Jahre hinweg. Inhaltlich überwiegen soziale und politische Beobachtungen. Neben den kleinen und großen Neuigkei- ten des Alltags (Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen, Schützenfeste, Kirchwei- hen, Regenzeiten, Gemeinderatswahlen, Missionskonferenzen, Kaisersgeburts- tag, etc.) finden sich Reisebeschreibungen durch die Kolonie mit allen landesüb- lichen Transportmitteln sowie Berichte von Wanderungen, Höhlenerforschun- gen und Jagden. Die wenigen geologischen und botanischen Beobachtungen er- folgen eher beiläufig oder aufzählend. Gustav Hellmanns Hauptaufmerksamkeit gilt seinem Bekanntenkreis, der weißen deutschen Kolonialbevölkerung. Inter- aktionen mit der einheimischen Bevölkerung erfolgen nur an den traditionellen Berührungspunkten, vor allem bei Reisen als Begleiter und Diener oder bei Mis- sionsgottesdiensten. Da Gustav Hellmann während seiner Junggesellenzeit im Missionshaus Ka- ribib wohnt und dort auch die durchreisenden deutschen und finnischen Missio- nare...

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