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Organisationales Commitment und Beschäftigungsverhältnisse

Eine Operationalisierung unter dem Aspekt sich verändernder Beschäftigungsverhältnisse

Angelika Schmidt

In den letzten Jahren lassen sich im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse tiefgehende Veränderungen feststellen. Flexibilisierungen haben Spielräume für Unternehmen, aber auch für Individuen eröffnet. In diesem Buch wird untersucht, welche Konsequenzen diese Veränderungen auf Ausprägungen von Identifikation und organisationalem Commitment haben und wie sich diese Veränderungen in der wissenschaftlichen Debatte niederschlagen. Es stellt sich die Frage, ob die bestehenden Konzeptionen der MitarbeiterInnenbindung ausreichen, um angesichts der Veränderungen in der modernen Erwerbsgesellschaft noch einen Erklärungswert für Einstellungen und Verhalten von MitarbeiterInnen zu haben. Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen den Schluss zu, dass der Arbeitsmarkt als Vermittlungsplatz eine ganz neue Rolle gewonnen und Wirkungen auf die Wahrnehmung von Zugehörigkeiten zu Organisationen hat.

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1.1 Kontext und Problemhintergrund In den letzten Jahren lassen sich im Hinblick auf Beschäftigungsverhältnisse tiefgehende Veränderungen feststellen, wie z.B. der Trend zu Ausgliederungen von ganzen Organisationseinheiten oder die mittlerweile schon unzähligen fle- xiblen Beschäftigungsformen. Diese Trends haben verschiedene Ursachen: Auf der individuellen Seite haben sich in den letzten Jahren die Lebenskonzepte sehr stark ausdifferenziert. Diesen Ausdifferenzierungen liegen Werteverschiebungen ebenso zugrunde, wie auch Veränderungen der Rollenkonzepte. Auf der organi- sationalen Seite haben sich die räumlichen, zeitlichen, aber auch technischen und ökonomischen Komponenten der Arbeit sehr stark verändert und neue Ar- beitsmöglichkeiten ermöglicht. Alle diese Flexibilisierungen haben Spielräume für Unternehmen, aber auch für Individuen eröffnet, die sehr oft zur Erhöhung der Marktflexibilität einerseits für Unternehmen, andererseits für Arbeitnehme- rInnen genutzt werden. Diese Flexibilität führt auch dazu, dass immer mehr Beschäftigungsverhält- nisse vom traditionellen Normalarbeitsverhältnis abweichen (Keller/Seifert 2007; Szydlik 2008). Dauerhaften Arbeitsverhältnissen mit einer relativ einheit- lichen Arbeitszeit, verbunden mit einem ausreichenden und gesicherten Ein- kommen sowie mit darauf abgestimmten arbeits- und sozialrechtlichen Ansprü- chen stehen zunehmend Beschäftigungsformen gegenüber, bei denen die bishe- rigen Normen, wie z. B. Loyalität zu der/dem ArbeitgeberIn, oder implizit er- wartete Bereitschaft zu Überstunden, nicht mehr oder nur mehr eingeschränkt gelten. Solche Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die Bindung in Organisationen. Das psychologische Band, das ein Individuum mit einer Orga- nisation verbindet, findet sich besonders im Konstrukt des Commitments...

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