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Sprachenpolitik in Österreich

Bestandsaufnahme 2011

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Rudolf de Cillia and Eva Vetter

Das Buch hält eine Rückschau auf die letzten zehn Jahre Sprachenpolitik in Österreich. ExpertInnen nehmen zu den zentralen Aktionsfeldern österreichischer Sprachenpolitik Stellung. Sie schließen dabei an die Bestandsaufnahme 2001 an (Busch/de Cillia 2003) und skizzieren die Entwicklungen im Zeitraum von 2001 bis 2011. In der Mehrzahl der sprachenpolitischen Felder sind die Befunde ernüchternd, in einigen Bereichen (z.B. Österreichische Gebärdensprache, Basisbildung, Fremdsprachenunterricht) zeigen sich positive Veränderungen. Das Buch schließt mit der «Klagenfurter Erklärung 2011». Diese im Anschluss an die Klagenfurter Erklärung 2001 neu formulierte Erklärung zur sprachenpolitischen Situation in Österreich enthält die zentralen Forderungen, die sich aus aktueller Sicht ergeben.

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Monika Dannerer / Magdalena Knappik / Birgit Springsits: PädagogInnenbildung in einer mehrsprachigen Gesellschaft – Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeitsdidaktik in der Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen und Kindergarten-PädagogInnen in Österreich

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29 Monika Dannerer / Magdalena Knappik / Birgit Springsits PädagogInnenbildung in einer mehrsprachigen Gesellschaft – Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeitsdidaktik in der Aus- und Weiterbildung von LehrerInnen und Kindergarten- PädagogInnen in Österreich 1 Anforderungen an die PädagogInnenbildung in einer von (migrationsbedingter) Mehrsprachigkeit geprägten Gesell schaft 1.1 Mehrsprachigkeit als „Herausforderung“ für das Bildungssystem in Österreich Schulen und Kindergärten in Österreich sind durch Mehrsprachigkeit und Multikulturalität geprägt. So besuchten im Schuljahr 2010/11 mehr als 200.700 Kinder und Jugendliche mit einer anderen Erstsprache als Deutsch österrei- chische Schulen; das waren 18,4 % aller SchülerInnen. Im Bereich der Pflicht- schulen betrug der Anteil österreichweit 23,1 %, in Wien 56,3 %. Die Tendenz ist steigend (vgl. BM für Unterricht, Kunst und Kultur 2012: 14 und 23f.). Eine ähnliche Situation ist für die Kindergärten zu beobachten, v. a. seit Einführung des verpflichtenden letzten Kindergartenjahres für alle Kinder – mit und ohne Migrationshintergrund. Dass Kinder und Jugendliche mit einer anderen Erstsprache als Deutsch die Bildungseinrichtungen Österreichs besuchen, ist also weder ein Randphänomen, das vernachlässigt werden könnte, noch eine vorübergehende „Störung“ einer „monolingualen Normalität“. Es ist vielmehr bleibende Realität. Dass diese Situation in der deutschsprachigen wissenschaftlichen Literatur seit Jahrzehnten und bis heute als „Herausforderung“ oder gar als „Problem“ bezeichnet wird, ist ein Zeichen dafür, dass es bis jetzt nicht gelungen ist, SchülerInnen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch eine angemessene Bildungsbeteiligung zu er- m...

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