Show Less

Sprachenpolitik in Österreich

Bestandsaufnahme 2011

Series:

Edited By Rudolf de Cillia and Eva Vetter

Das Buch hält eine Rückschau auf die letzten zehn Jahre Sprachenpolitik in Österreich. ExpertInnen nehmen zu den zentralen Aktionsfeldern österreichischer Sprachenpolitik Stellung. Sie schließen dabei an die Bestandsaufnahme 2001 an (Busch/de Cillia 2003) und skizzieren die Entwicklungen im Zeitraum von 2001 bis 2011. In der Mehrzahl der sprachenpolitischen Felder sind die Befunde ernüchternd, in einigen Bereichen (z.B. Österreichische Gebärdensprache, Basisbildung, Fremdsprachenunterricht) zeigen sich positive Veränderungen. Das Buch schließt mit der «Klagenfurter Erklärung 2011». Diese im Anschluss an die Klagenfurter Erklärung 2001 neu formulierte Erklärung zur sprachenpolitischen Situation in Österreich enthält die zentralen Forderungen, die sich aus aktueller Sicht ergeben.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Karin Wetschanow / Ursula Doleschal: Feministische Sprachpolitik

Extract

306 Karin Wetschanow / Ursula Doleschal Feministische Sprachpolitik Einleitung Einen wichtigen Bereich österreichischer Sprach(en)politik stellt die feministi- sche Sprachpolitik bzw. Sprachkritik (Gorny 1995) dar. Dieser Teilbereich der Feministischen Linguistik282 ist in den 1980er Jahren unter dem Einfluss der Zweiten Frauenbewegung283 entstanden. Im Zentrum des Interesses steht die Frage, auf welche Art und Weise Sprache dazu beiträgt, die bestehenden Geschlechterhierarchien zu stabilisieren und wie sie im Weiteren dazu beitragen kann, diese aufzuheben. In diesem Sinne wird Kritik an expliziten und impli- ziten sprachlichen Diskriminierungsstrategien geübt. Bereits in den 1980er Jahren werden erste Richtlinien für einen „nicht- sexistischen Sprachgebrauch“ in Deutschland und Österreich veröffentlicht (Hellinger / Pusch / Trömel-Plötz 1982, Wodak / Feistritzer / Moosmu ̈ller / Doleschal 1987). Feministische LinguistInnen zeigen in diesen Richtlinien Wege auf, wie die angedachten feministischen Ziele im System der deutschen Sprache umgesetzt werden könnten (vgl. Abschnitt 1). Die feministische Sprachkritik und ihre sprachplanerischen Vorschläge haben zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Erforschung der psychokognitiven Wirkung des generischen Maskulinums und der kognitiven Verarbeitung geschlechtergerecht formulierter Texte geführt (vgl. Abschnitt 2). Basierend auf diesen Überlegun- gen, Forderungen und Befunden wird seither in Österreich aktiv und strategisch planend in die Sprache und ihren Gebrauch eingegriffen. So blickt die feminis- tische Sprachpolitik in Österreich im Jahre 2012 auf eine über 30jährige Geschichte zurück. In dieser Zeit werden auf politischer Ebene rechtliche 282 Für einen Überblick über die Entwicklung der Feministischen Linguistik und ihrer Aus- differenzierung vgl....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.