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Aktuelle Forschungsthemen der Sprechwissenschaft 3

Phonetik, Rhetorik, Sprechkunst, Sprach- und Stimmstörungen

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Edited By Lutz Christian Anders, Ines Bose, Ursula Hirschfeld and Baldur Neuber

Die in diesem Band publizierten Beiträge stammen ausnahmslos von jungen Sprechwissenschaftlerinnen und Sprechwissenschaftlern, die als Absolventen des Seminars für Sprechwissenschaft und Phonetik der Universität Halle-Wittenberg Beiträge für die Bereiche Phonetik, Rhetorik sowie Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen vorgelegt haben. Die Themenpalette reicht von artikulatorisch-phonetischen Detailuntersuchungen über Fragen der Aussprachekodifizierung bis hin zum Rap, von antiken medizinischen Quellen zur Stimmgesundheit und über rhetorische Themen wie «Obama als orator perfectus» bis zu Sir Peter Ustinov. Auch fach- und gebietsübergreifende Arbeiten sind unter den Beiträgen, beispielsweise zur Arzt-Patienten-Kommunikation, zu argumentativen Strukturen im Kabarett und zu Äußerungsparametern bei Patienten mit neurologischen Läsionen.

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Anne Zarend: Wilhelm Viëtors Beiträge zur Aussprachekodifizierung

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223 Wilhelm Viëtors Beiträge zur Aussprachekodifizierung Anne Zarend, Erfurt 1 Einführung Am Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Univer- sität Halle-Wittenberg ist die Aussprachekodifizierung der deutschen Standard- aussprache seit mehr als 60 Jahren ein Forschungsschwerpunkt. Auf Grundlage umfangreicher phonetischer Analysen und soziophonetischer Untersuchungen erschien 2010 das Deutsche Aussprachewörterbuch (DAWB) als Nachschlage- werk, das sich an eine breite Zielgruppe richtet, die von Lehrenden und Lernen- den der deutschen Sprache bis hin zu Rundfunkmoderatoren und Schauspielern reicht. Bemühungen, die deutsche Aussprache zu vereinheitlichen und damit einen Aussprachestandard zu schaffen, der überregional akzeptiert ist, gibt es jedoch bereits seit dem 19. Jahrhundert (vgl. Hirschfeld / Stock 2007, 3). Sie entstanden aus dem Bedürfnis heraus, einen einheitlichen Aussprachestandard zu schaffen, der einen weiten Geltungsbereich besitzt, d. h. für alle verständlich ist und dia- lektale Kommunikationsschranken überwindet. Neben den unterschiedlichen Termini, die für die kodifizierte Aussprache in der Literatur verwendet werden wie Hochsprache, Hochlautung oder hochdeutsche Aussprache, trifft der Be- griff Standardaussprache im Verständnis von Hirschfeld / Stock (2006, 93 f.) das eigentliche Anliegen einer einheitlichen Aussprache. Sie ist nach Angaben des DAWB (vgl. Krech et al. 2010, 7) durch folgende Merkmale gekennzeich- net: Die Standardaussprache ist dialektneutral und enthält keine regional ge- färbten umgangssprachlichen Formen. Sie ist überregional für alle sozialen Gruppen verständlich und verfügt damit über einen weiten Geltungsbereich. Sie wird in öffentlichen Situationen genutzt und erwartet. 224 Sie wirkt sich bei Verwendung in entsprechenden Situationen...

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