Show Less

Vertrauensschutz bei Angaben Dritter im Umsatzsteuerrecht

Series:

Katarina Günther

Thema der Arbeit ist der Vertrauensschutz bei Angaben Dritter im Umsatzsteuerrecht. Nach Entfaltung der vertrauensschutzrechtlich relevanten Konstellationen werden die deutsche und die EuGH-Rechtsprechung analysiert, um zu klären, ob es eines Vertrauensschutzes bedarf und wie die nationale Rechtsprechung die Vorgaben des EuGH umsetzt. Der Vertrauensschutz wird im europäischen Primärrecht verortet. Die Verfasserin zeigt vorhandene Lösungsmöglichkeiten auf und prüft, ob das Vertrauen durch nationale Regelungen, analoge Anwendung oder andere Konstruktionen bereits ausreichend geschützt ist. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Gesetzesentwurf, der die gefundenen Ergebnisse zur Erforderlichkeit einer Normierung von Vertrauensschutzgrundsätzen umsetzt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

A. Einleitung

Extract

53 A. Einleitung „Vertrauen ist nicht das einzige Fundament der Welt; aber eine sehr komplexe und doch strukturierte Weltvorstellung ist ohne eine ziemlich komplexe Gesellschaft und diese ohne Vertrauen nicht zu konstituieren. ”1 Niklas Luhmann Recht ist das Fundament für Vertrauen2. Es hat die Funktion die eigenen Erwar- tungen zu stabilisieren und bietet somit eine Basis für die Vertrauensgewährung3. Vertrauen wiederum dient der „Reduktion von Komplexität“4. Die unzähligen für den Einzelnen unüberschaubaren Erlebens- und Handlungsmöglichkeiten wer- den durch Vertrauen auf ein lebbares Maß reduziert5. Das Verhältnis von Recht und Vertrauen hat sich im Laufe der Zeit jedoch verändert. Zwar basiert jede Form des Agierens zwischen Menschen und damit auch das gesamt Rechtssystem auf Ver- trauen, und auch Vertrauen wird aufgrund der Sicherheit, die eine rechtliche Grundlage bietet, gewährt, jedoch zeigt die derzeitige Rechtsdogmatik die Dis- tanzierung des Rechtssystems vom Vertrauensgedanken6. Recht hat heutzutage grundsätzlich eine andere Funktion als Vertrauen. Es erfordert weder Erwartungen, noch eine Risikobereitschaft des Vertragspartners oder eine Bewährung in der konkreten Situation7. Dies ist auch notwendig, um eine Unabhängigkeit des Han- delns der Vertragspartner von der Unsicherheit des Vertrauens zu gewährleisten. Nach Luhmann8 sind die rechtsdogmatischen Konstruktionen, die sich nur auf den Schutz des Vertrauens beziehen, lediglich der Versuch, durch eine Nach- normierung den vorhandenden „Grundsätzen“ und Vorstellungen mit einer ethischen Argumentation entgegenzutreten. Aus diesem Grund solle es nicht zu einer Ausufe- rung des Vertrauensschutzes im Recht kommen. Andere „besser...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.