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Erfülltes Leben – AnGebot und Verwirklichung

Vom rechten Verständnis des alten Gebots «Erfüllt die Erde!»- Verantwortung von Kirche und Gesellschaft für die Schöpfung- Mit einem Beitrag von Karol Nandrásky- Eine theologisch-philosophische Textsammlung

Gerhard Loettel

In diesem Buch wird Aufmerksamkeit dafür geweckt, dass der Mensch durchgängig hier und heute eine Weltverantwortung trägt. Ziel ist die weitergehende radikal humanisierende und sozial-nachhaltige Veränderung von Kultur und Zivilisation im Zeitalter der globalen Annäherung von Völkern und Ländern. Dieses Anliegen wird abgeleitet von dem Angebot göttlicher Verheißung in der Botschaft des Jesus von Nazareth. Zufolge dieses Erfüllungsauftrages geht es um Entwicklung zu größerer Menschlichkeit, um demütige Weisheitssuche, um gedeihliches humanes kulturelles Zusammenleben von Menschen und Völkern in einer nachhaltig bewahrten außermenschlichen Mitwelt. Diese garantiert das Weiterbestehen der Menschheit. Aus philosophischer Sicht werden die egozentrischen Verfehlungen und nekrophilen Irrwege der abendländischen Zivilisation beleuchtet und Beispiele für neue biophile kulturelle Wege, verbunden mit Hoffnung auf Zukunft und Öffnung zu Dialogpartnern angeführt.

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1. Die Not unserer abendländischen Weisheit

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Ist die abendländische Rationalität mit ihrem Produkt ýWissenschaftþ überhaupt in der Lage, das Ganze der Realität der Welt zu sehen und den weiteren Weg der Menschheit so zu gestalten, auf daß eine nachhaltige Entwicklung, ein weiterer kultureller Aufstieg und ein reiferes Humanum, in einer weiterbestehenden ho- möostatisch bleibenden Natur möglich ist? In kurzsichtiger Usurpation des biblischen Wortes vom Untertanmachen der Erde und vom Herrschen über die Tiere hat der abendländische Mensch ÿ durch seine in der Aufklärung gewonnene Ausrichtung auf rationales Fragen und Erkennen ÿ Überlegenheit über die Schöpfung bekommen. Neben diesen rational-analytischen Erkenntnisprozeß tritt heute noch eine digitale Daten- verarbeitung und Datenweitergabe, die Informatik hinzu. Man ist heute der Meinung, die Informatik sei gerade zur rechten Zeit zu dieser logisch rationalen Erkenntnisfindung hinzugekommen ÿ gerade zur rechten Zeit freilich nur für ein gesellschaftliches Wollen mit einer ganz bestimmten Weltsicht, nämlich der Ab- zweckung, und dem vorsätzlichen Handlungsschema, einen wissenschaftlich- technischen Handlungsprozeß in Gang setzen zu wollen und zu setzen5. Am Anfang dieses Wollens steht Francis Bacons (1561ÿ1626) Anregung, das Paradies sei wiederzugewinnen unter der Voraussetzung, daß der Mensch die Natur beherrschen kann6. Bacon genügte aber die stabile Herrschaft über eine gezähmte, botmäßige Teilwirklichkeit, deren alleiniger Nutznießer der Mensch sein könne, eine Teilwirklichkeit, die gerade nicht mehr die Vertrautheit des Verhältnisses von Mensch und Schöpfung im Sinn hatte. Sigmund Freud spricht vom ýWisstriebþ als einem ... ýSprößling des Bemächtigungstriebesþ, und bei Novalis7 k...

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