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Erfülltes Leben – AnGebot und Verwirklichung

Vom rechten Verständnis des alten Gebots «Erfüllt die Erde!»- Verantwortung von Kirche und Gesellschaft für die Schöpfung- Mit einem Beitrag von Karol Nandrásky- Eine theologisch-philosophische Textsammlung

Gerhard Loettel

In diesem Buch wird Aufmerksamkeit dafür geweckt, dass der Mensch durchgängig hier und heute eine Weltverantwortung trägt. Ziel ist die weitergehende radikal humanisierende und sozial-nachhaltige Veränderung von Kultur und Zivilisation im Zeitalter der globalen Annäherung von Völkern und Ländern. Dieses Anliegen wird abgeleitet von dem Angebot göttlicher Verheißung in der Botschaft des Jesus von Nazareth. Zufolge dieses Erfüllungsauftrages geht es um Entwicklung zu größerer Menschlichkeit, um demütige Weisheitssuche, um gedeihliches humanes kulturelles Zusammenleben von Menschen und Völkern in einer nachhaltig bewahrten außermenschlichen Mitwelt. Diese garantiert das Weiterbestehen der Menschheit. Aus philosophischer Sicht werden die egozentrischen Verfehlungen und nekrophilen Irrwege der abendländischen Zivilisation beleuchtet und Beispiele für neue biophile kulturelle Wege, verbunden mit Hoffnung auf Zukunft und Öffnung zu Dialogpartnern angeführt.

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11. Das Unmögliche denken, die Erde reichlich füllen!

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11.1 Der philosophische Aspekt Die Überschrift ist ein Imperativ! Aber sie ist kein logischer Fehlschluß. Lassen Sie mich dazu Gedanken des deutschen Philosophen Hans Vaihinger146 ausdrüc- ken, die ich in einem Beitrag von Peter Spiegel im Buch ýGlobal Impactþ147 fand und der diesen Trugschluß logisch auflöst: Vaihinger ging von der These aus, ýdaß es dem Menschen prinzipiell unmöglich sei, ýdie Wirklichkeitþ an sich zu erkennen. Er sei immer darauf angewiesen, mit ýAls-obþ-Konstrukten zu arbeiten. Da der Mensch nicht allwissend ist, kann er sich der Wirklichkeit nicht anders annähern, als davon auszugehen, ýals obþ ein physikalischer, ein psychologischer, ein gesellschaftlicher oder ein ganz alltäglicher Zusammen- hang nach dieser oder jener Logik und Gesetzmäßigkeit funktioniere. Im psychologischen Bereich können wir leicht nachweisen, daß ganz unter- schiedliche, ja gänzlich sich widersprechende Als-ob-Annahmen jeweils erstaunliche Bestätigungen finden. Hans Vaihinger formulierte aufgrund dieser Beobachtung eine äußerst weitreichende philosophische These: An positive, konstruktive, freie Gestaltungsmöglichkeiten nicht zu glauben, sei schlicht Dummheit. Wenn wir so denken und handeln, als ob wir Mathematik nicht verstehen könnten, dann ist die Wahrscheinlichkeit, daß wir Mathematik verstehen werden, sehr gering, weil wir selbst hohe psychologische Blockaden errichtet haben. Wenn wir so denken und handeln, als ob Sklaverei unabdingbar zum Leben jeder menschlichen Gesellschaft gehört, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, daß eine solche Gesellschaft die Sklaverei überwinden wird. Solange die Menschheit so denkt und handelt, als ob die Erde eine Scheibe sei, ist die Wahrscheinlichkeit der...

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