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Die Übersetzung amerikanischer Texte in deutschen Printmedien

Eine Analyse der Textsorten «Nachricht» und «Reportage» vor dem Hintergrund der deutsch-amerikanischen Beziehungen

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Nadine Scherr

Die Studie untersucht mit einem diskursanalytischen Ansatz deutsche Übersetzungen amerikanischer journalistischer Texte. Ziel ist es festzustellen, inwieweit die Translate dieser Nachrichten und Reportagen deutschen Mediennutzern sachgerechte Informationen über die USA vermitteln. Die Analyse ergibt, dass bei der Übersetzung oftmals journalistische Leitkriterien verletzt werden und es in vielen Fällen zu fehlerhaften bis hin zu eindeutig falschen Darstellungen kommt, die verzerrte bzw. entstellende Bilder über die USA verbreiten und Stereotype fälschlich bestätigen. Die Arbeit rückt diese übersetzerischen Mängel in den Blick und gibt wichtige Anstöße zur translatorischen Qualitätssicherung im Bereich der Printmedien. Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung irreführender Berichterstattung und zur Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Nationen.

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1 Einleitung

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1.1 Gegenstand und Ziel Medien1 berichten täglich über Geschehnisse aus der ganzen Welt. Sie transpor- tieren Informationen über Landes- und Kulturgrenzen hinweg und fungieren dadurch als Informations- und Kulturmittler. Ermöglicht wird diese Mittler- funktion erst durch die Übersetzung des fremdsprachlichen Materials. Innerhalb der kommunikations- und medienwissenschaftlichen Forschung wird die Übersetzung als zentraler Schritt der Textbearbeitung jedoch meist gar nicht oder wenn, dann nur am Rande thematisiert. Und auch innerhalb der Trans- lationswissenschaft findet erst seit kurzem eine stärkere Beachtung und Beschäf- tigung mit diesem Übersetzungszweig statt. Die vorliegende Arbeit zielt darauf, diese Forschungslücke für den Bereich der Übersetzung amerikanischer Texte ins Deutsche zu schließen. Sie untersucht, welche Auswirkungen die Überset- zung des journalistischen Textmaterials auf die Informationen und Bilder hat, die in deutschen Printmedien über die USA vermittelt werden. Medien haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Diese These vertritt bereits 1922 Walter Lippmann in seinem heute als Standard geltenden Werk Public Opinion. Die Darstellung der Ereig- nisse, so stellt er fest, erzeugt bei den Lesern Emotionen, die in ihrer Ausprä- gung so stark sein können, als sei das Geschilderte selbst erlebt worden: "The account of what has happened out of sight and hearing in a place where we have never been, has not and never can have, except briefly as in a dream or fantasy, all the dimensions of reality. But it can arouse all, and sometimes even more emotion than the reality" (203). Die durch...

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