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Die Übersetzung amerikanischer Texte in deutschen Printmedien

Eine Analyse der Textsorten «Nachricht» und «Reportage» vor dem Hintergrund der deutsch-amerikanischen Beziehungen

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Nadine Scherr

Die Studie untersucht mit einem diskursanalytischen Ansatz deutsche Übersetzungen amerikanischer journalistischer Texte. Ziel ist es festzustellen, inwieweit die Translate dieser Nachrichten und Reportagen deutschen Mediennutzern sachgerechte Informationen über die USA vermitteln. Die Analyse ergibt, dass bei der Übersetzung oftmals journalistische Leitkriterien verletzt werden und es in vielen Fällen zu fehlerhaften bis hin zu eindeutig falschen Darstellungen kommt, die verzerrte bzw. entstellende Bilder über die USA verbreiten und Stereotype fälschlich bestätigen. Die Arbeit rückt diese übersetzerischen Mängel in den Blick und gibt wichtige Anstöße zur translatorischen Qualitätssicherung im Bereich der Printmedien. Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung irreführender Berichterstattung und zur Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Nationen.

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2 Medien als Kulturmittler

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2.1 Darstellung der Realität Den Massenmedien werden heute im Wesentlichen drei Funktionen zuge- schrieben: Information, Mitwirkung an der Meinungsbildung sowie Kritik und Kontrolle. Zu diesen drei Hauptaufgaben kommen als weitere Punkte Unter- haltung und Bildung hinzu (Meyn 24-25).13 Für das Ziel der Übersetzungs- analyse sind im Besonderen die beiden Punkte Information und Mitwirkung an der Meinungsbildung von wesentlicher Bedeutung, daher werden sie in diesem Kapitel vorrangig behandelt. Die Informationsfunktion der Massenmedien definiert Hermann Meyn folgendermaßen: "Die Massenmedien sollen so vollständig, sachlich und ver- ständlich wie möglich informieren, damit die Staatsbürger in der Lage sind, mit kritischem Bewusstsein das öffentliche Geschehen zu verfolgen" (24). Wie wichtig diese Informationsfunktion der Medien ist, wird klar, wenn man sich verdeutlicht, wie viele Informationen aus den Medien bezogen werden. Nach Meyn beruht das Wissen der Menschen heute nur noch zu zwanzig Prozent auf eigener Erfahrung, der Großteil der Informationen stammt aus den Medien (24). Niklas Luhmann formuliert sogar die Ansicht "Was wir über unsere Gesell- schaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massen- medien" (9). Gerade bei Nachrichten aus anderen Ländern sind die meisten nicht in der Lage, die Angaben zu überprüfen, indem sie sich selbst ein Bild der Lage vor Ort machen und so zu einer eigenen Einschätzung der Realität gelangen. Um zu garantieren, dass die vermittelten Informationen verlässlich sind, ist es Aufgabe der Medien, die jeweiligen Geschehnisse so wahrheitsgetreu wie 13 In...

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