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Fremde Elemente in Wortbildungen des Deutschen

Zu Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache am Beispiel einer raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

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Anna Dargiewicz

Das Ziel dieser Studie ist die Erforschung des Phänomens der Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache. Die anhand des selbstständig erstellten Modells durchgeführte Analyse weist auf die Vielfalt der hybriden Wortbildungen im Gegenwartsdeutschen hin und bestätigt, dass der Anteil fremder Wortbildungselemente an den Wortbildungen des Deutschen eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache ist. Die Vielfalt der fremd-indigenen und indigen-fremden Wortkonstellationen, die im Rahmen der Hybridbildung im Deutschen entstehen, sowie der in den Prozess der Wortbildung einbezogenen, aus unterschiedlichen Sprachen stammenden Einheiten bietet eine stichhaltige Grundlage dafür behaupten zu können, dass der Aufbau der Hybridbildungen eine erhöhte Flexibilität und Kreativität im Umgang mit dem exogenen Sprachmaterial zeigt. Das in der deutschen Gegenwartssprache präsente Hybridbildungsphänomen wird am Beispiel einer sich auf die Ansätze der Linguistic-landscape-Forschung stützenden raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald expliziert.

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3 Zum Konfixbegriff

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3.1 Konfixdefinierungsprobleme – Konfix vs. Affix Innerhalb der Fremdwortbildung besteht fortwährend „eine rege linguistische Diskussion bezüglich der Einordnung von deren essentiellen Grundelementen“ (Fliess 2009: 351f.). Im Zusammenhang mit dem Phänomen der Lehnwortbil- dung widmete man viel Aufmerksamkeit den Wortbildungsprodukten vom Typ Bioyoghurt, anarchistisch, geologisch, identisch oder Thermojacke und begann diese zu analysieren. Die Einheiten anarch-, bio-, biblio-, geo-, ident-, omni-, thermo- waren laut den allgemeingültigen Kriterien weder den Wörtern noch den Affixen zuzuordnen. Den Terminus Konfix hat Schmidt (1987) in die deutsche Wortbildung ein- geführt, und seitdem ist er zum festen Bestandteil der aktuellen Fremdwortbil- dungsforschung geworden. Konfixe wurden von Schmidt (1987a: 50) gebunde- ne basis- und/oder kompositionsgliedfähige Einheiten genannt. Diesen Terminus greifen dann verschiedentlich Fleischer/Barz (1995: 25), Eisenberg (1998: 234; 2004: 242ff.), Eichinger (2000: 73), Elsen (2004: 31) und viele andere Forscher auf. Somit begann die Diskussion über eine neue Wortbildungseinheit, die von den einen sowohl als indigenes als auch exogenes, und von den anderen wiede- rum lediglich als exogenes Wortbildungsphänomen betrachtet wird. Es kann feststellt werden, dass über keine Wortbildungseinheit so eingehend diskutiert wird, wie eben über das Konfix. Seit über zwanzig Jahren stehen die Konfixe als Morpheme im Blickfeld der sprachwissenschaftlichen Forschungen. Immer noch gibt es jedoch Fragen, die klärungs- und bearbeitungsbedürftig sind. Bislang er- folgte eigentlich keine solide einheitliche Grenzziehung zwischen den echten Konfixen und den benachbarten Morphemen, vor allem den Affixen. Donalies (2000: 146) bemängelt, dass der Konfixbegriff öfters nicht ver- ständlich, ja sogar...

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