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Fremde Elemente in Wortbildungen des Deutschen

Zu Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache am Beispiel einer raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

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Anna Dargiewicz

Das Ziel dieser Studie ist die Erforschung des Phänomens der Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache. Die anhand des selbstständig erstellten Modells durchgeführte Analyse weist auf die Vielfalt der hybriden Wortbildungen im Gegenwartsdeutschen hin und bestätigt, dass der Anteil fremder Wortbildungselemente an den Wortbildungen des Deutschen eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache ist. Die Vielfalt der fremd-indigenen und indigen-fremden Wortkonstellationen, die im Rahmen der Hybridbildung im Deutschen entstehen, sowie der in den Prozess der Wortbildung einbezogenen, aus unterschiedlichen Sprachen stammenden Einheiten bietet eine stichhaltige Grundlage dafür behaupten zu können, dass der Aufbau der Hybridbildungen eine erhöhte Flexibilität und Kreativität im Umgang mit dem exogenen Sprachmaterial zeigt. Das in der deutschen Gegenwartssprache präsente Hybridbildungsphänomen wird am Beispiel einer sich auf die Ansätze der Linguistic-landscape-Forschung stützenden raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald expliziert.

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4 Hybride Wortbildung im Deutschen Mischwortbildung

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4 Hybride Wortbildung im Deutschen – Mischwortbildung Barz (2008: 47f.) betont, dass die Spezifik der deutschen Sprache nicht nur da- rauf beruht, dass sie aus dem Englischen viele Suffixe und Präfixe übernimmt, sondern auch darauf, dass das Deutsche morphologisch unveränderte einfache und komplexe Lexeme aus dem Englischen übernimmt. Wie bereits im 2. Kapi- tel expliziert wurde, entlehnt das Deutsche seit mehreren Jahrhunderten, und dies nicht nur aus dem Englischen, sondern auch aus anderen Sprachen. So wie früher vor allem Latinismen, Gräzismen, Gallizismen und Italianismen werden gegenwärtig vorwiegend entlehnte Anglizismen als unmittelbare Konstituenten für Komposita weiterverwendet. Sie bilden Basen für Derivate und Konver- sionen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Entlehnungen aus anderen Spra- chen an den Wortbildungsverfahren innerhalb des Deutschen nicht beteiligen, aber bezüglich der Wortbildungsaktivität ist der Unterschied zwischen den eng- lischen Entlehnungen und denen aus anderen Sprachen sehr deutlich zu erken- nen. Die entlehnten Wörter verbinden sich im Prozess der Komposition sowohl miteinander, als auch mit heimischen Einheiten: Showmaster, Riesenbaby, su- per-krass, Amateur-Bäcker, Ambiente-Ausstellung. Es entstehen auch Derivate wie: Coolheit, Babysitterin und Konversionen: Jet – jetten. Das Deutsche entlehnte und entlehnt aus den verschiedensten Sprachen: aus dem Latein, aus dem Griechischen, Französischen, Italienischen, Russischen, Polnischen, Türkischen, Niederländischen, Arabischen. Die Vorrangstellung der angloamerikanischen Kultur und die Übernahme und Verwendung von Wörtern englischer Herkunft sind heutzutage allerdings nicht zu bestreiten. Die Wider- spiegelung dieser Tatsache stellt das dieser Arbeit zugrunde liegende Untersu- chungskorpus dar. „Entlehnung und...

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