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Fremde Elemente in Wortbildungen des Deutschen

Zu Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache am Beispiel einer raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

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Anna Dargiewicz

Das Ziel dieser Studie ist die Erforschung des Phänomens der Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache. Die anhand des selbstständig erstellten Modells durchgeführte Analyse weist auf die Vielfalt der hybriden Wortbildungen im Gegenwartsdeutschen hin und bestätigt, dass der Anteil fremder Wortbildungselemente an den Wortbildungen des Deutschen eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache ist. Die Vielfalt der fremd-indigenen und indigen-fremden Wortkonstellationen, die im Rahmen der Hybridbildung im Deutschen entstehen, sowie der in den Prozess der Wortbildung einbezogenen, aus unterschiedlichen Sprachen stammenden Einheiten bietet eine stichhaltige Grundlage dafür behaupten zu können, dass der Aufbau der Hybridbildungen eine erhöhte Flexibilität und Kreativität im Umgang mit dem exogenen Sprachmaterial zeigt. Das in der deutschen Gegenwartssprache präsente Hybridbildungsphänomen wird am Beispiel einer sich auf die Ansätze der Linguistic-landscape-Forschung stützenden raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald expliziert.

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„Die gelegentlich von Sprachpuristen zum Ausdruck gebrachte Kritik, dass somit der deutschen Sprache geschadet wird, weil es sich dabei um „fremde“ Elemente handelt, ist […] verfehlt. Die deutsche Sprache ist kein invariantes, für alle Zeiten festgelegtes, von den Sprechern unabhängiges Objekt, sondern ein anpassungsfähi- ges Kommunikationsmittel, und muttersprachliche Sprecher sind fähig, sie nach ih- ren empfundenen Bedürfnissen weiter zu entwickeln. Wenn sie nicht mehr imstande wären, auf diese Weise die Sprache immer wieder nach den ihnen in der Struktur der Sprache zur Verfügung stehenden Mitteln neu zu gestalten, dann wäre die Sprache tatsächlich tot.“ (Durrell 2011: 181) Abschließend sei darauf hinzuweisen, dass nicht die Rede davon sein kann, dass die deutsche Sprache durch englische Wörter kolonisiert wird – auch wenn viele Sprachkritiker davon überzeugt sind. Darüber, ob ein englischer oder anderer fremder Ausdruck verwendet und ins Deutsche integriert wird, entscheiden die Sprecher, also wir selbst. Niemand zwingt uns dazu, einen bestimmten fremden Ausdruck oder eine Hybridbildung anzuwenden, wenn es uns nicht gefällt. Für die Entwicklung jeder Muttersprache sind ihre Sprecher verantwortlich. Wie man mit Fremdwörtern umgeht, entscheidet jeder einzelne persönlich. „Niemand muss [doch] in einem Body Shop eine Moisture Cream kaufen; keiner ist ge- zwungen, einen Müsliriegel mit dem Namen Corny zu essen (der Name soll so- wohl Assoziationen mit >körniggesundaltmodischabgedroschenschmalzig<); und niemand muss Filme besuchen, die, wie es heute immer mehr üblich ist, ihre englischen Titel auch in Deutschland beibehalten, oder seine neuesten...

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