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Kinder von 1 bis 6

Bilderbuchrezeption und kognitive Entwicklung

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Marie-Luise Rau

Die Rezeption von Bilderbüchern im Vorschulalter ist Bestandteil eines intensiven Entwicklungs- und Lernprozesses. Die Einteilung von Bilderbüchern in verschiedene Unterarten ermöglicht es, die jeweilige Wirkung auf die kindlichen Rezipienten, deren sprachliche und kognitive Fähigkeiten wie auch deren Interessen präzise zu bestimmen. Die Studie will zeigen, wie Bilderbücher der unterschiedlichsten Art die Herausbildung von Raum- und Zeitkonzepten stimulieren und die Bildung eines Ich-Konzepts anstoßen können. Darüber hinaus werden Bilderbücher hinsichtlich ihrer narrativen Strukturen wie ihrer Themen zur Erwachsenenliteratur in Beziehung gesetzt. Es wird die besondere Fähigkeit von Bildern herausgestellt, komplexe Botschaften verständlich und differenziert zu übermitteln. Weitere Gegenstände dieser Studie sind das dialogische Vorlesen, die Bezüge zu Spiel und zum Erzählen, die Bedeutung von Tiercharakteren wie ein Vergleich von Bilderbuchgeschichten und Märchen.

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1. Einleitung

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Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen bestimmen das Konzept dieses Buchs: Vorlesen in der Familie, in einer Kindertagesstätte, ein Versuch mit Bil- derbuchinterpretationen im Englischunterricht im Gymnasium mit Siebtkläss- lern, außerdem die Beschäftigung mit Spracherwerb und Entwicklungspsycho- logie und mit Bilderbüchern im Vorschulalter. Im Vergleich zur Literaturrezeption im Allgemeinen weist die Bilderbuchre- zeption im Vorschulalter Besonderheiten auf: Die Rezipienten sind Anfänger und die Bilderbuchrezeption ist Teil eines intensiven Entwicklungs- und Lernprozes- ses. Bilderbücher knüpfen direkt an die kindliche Erfahrungswelt an, an Alltags- routinen, Spielen, Malen und Erzählen. Zur Bilderbuchrezeption im Vorschul- alter gehört außerdem der Vorleser, der zunächst intensiv zwischen kindlichem Rezipienten und Buch vermittelt und dessen Einfluss sich dann in dem Maße verringert, in dem das Buch oder die Geschichte selbst das Kind fesselt. Der Vor- leser bleibt aber auch im späteren Vorschulalter an der Rezeption beteiligt, wenn er die Geschichte präsentiert und am Dialog teilnimmt. Im besten Fall fühlt sich der Rezipient dabei auf Augenhöhe mit dem Erwachsenen. Die sprachliche und kognitive Entwicklung legt nahe, zwischen der Bilder- buchrezeption in den ersten dreieinhalb bis vier Jahren und den Jahren bis zum Schulalter zu unterscheiden. In der Bilderbuchforschung wird die Anfangsphase fast ganz vernachlässigt. Dabei stellen sich schon beim Vorlesen eine Reihe von Fragen, wie beispielsweise: Warum genügen Kindern zuerst Einzelbilder, und warum fesseln dann diejenigen Bilderbücher ihr Interesse, die Handlungsabläufe aus dem Alltag wie Einkaufen und Schwimmbadbesuch in Form...

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