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Kinder von 1 bis 6

Bilderbuchrezeption und kognitive Entwicklung

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Marie-Luise Rau

Die Rezeption von Bilderbüchern im Vorschulalter ist Bestandteil eines intensiven Entwicklungs- und Lernprozesses. Die Einteilung von Bilderbüchern in verschiedene Unterarten ermöglicht es, die jeweilige Wirkung auf die kindlichen Rezipienten, deren sprachliche und kognitive Fähigkeiten wie auch deren Interessen präzise zu bestimmen. Die Studie will zeigen, wie Bilderbücher der unterschiedlichsten Art die Herausbildung von Raum- und Zeitkonzepten stimulieren und die Bildung eines Ich-Konzepts anstoßen können. Darüber hinaus werden Bilderbücher hinsichtlich ihrer narrativen Strukturen wie ihrer Themen zur Erwachsenenliteratur in Beziehung gesetzt. Es wird die besondere Fähigkeit von Bildern herausgestellt, komplexe Botschaften verständlich und differenziert zu übermitteln. Weitere Gegenstände dieser Studie sind das dialogische Vorlesen, die Bezüge zu Spiel und zum Erzählen, die Bedeutung von Tiercharakteren wie ein Vergleich von Bilderbuchgeschichten und Märchen.

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6. Theory of Mind: die Dimension des Unsichtbaren. Absichten, Wünsche, Denken in de rEntwicklung

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151 6. Theory of Mind: die Dimension des Unsichtbaren Absichten, Wünsche, Denken in der Entwicklung Theory of Mind ist ein Fachausdruck, der sich auf die Fähigkeit bezieht, sich in die Wünsche, Gefühle, Meinungen und Vorstellungen anderer hineinzuversetzen und sich der eigenen Gefühle und Perspektive bewusst zu sein. Theory of Mind ist also ein Bewusstsein mentaler Zustände anderer und der eigenen. Es kommt zu der kindlichen Erfahrung von Objekten und Ereignissen eine neue Dimension von Unsichtbarem hinzu, in der es um Absichten, Wünsche und Denken geht (Bamberg/Damrad-Frye 1991: 706). Ein Bilderbuchbeispiel soll zeigen, welche gewichtige Rolle in dieser Beziehung die Bildmodalität für kleinste Rezipienten spielt. In Was ist dir lieber ... (1979/ 2006) von John Burningham richtet sich die Frage des Titels direkt an den Leser. Die abgebildeten Situationen sind abwechs- lungsreich in Format und Zahl auf die Doppelseiten verteilt. Der Leser soll sich in die Situation hineinversetzen und sich entscheiden: „Was möchtest du lieber müs- sen: Spinnenschnitzel oder Würmerbrei essen? Schneckenknödel oder Schlan- gensaft trinken?“. Die faszinierende Alternative ist schließlich der Ritt auf einem Stier durch den Supermarkt, von rechts nach links, d.h. ins Bild. Größtes Chaos entsteht ringsum. In der deutschen Übersetzung wird die Frage variiert und übt den Sprechakt: „Was ist dir lieber / Würdest du lieber / Möchtest du lieber/ Was wäre schlimmer für dich“ mit der abschließenden Suggestivfrage mit doch: „Oder möchtest du dich doch lieber...

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