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Ukrainistik in Europa

Historische Entwicklung und gegenwärtiger Stand

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Helmut Schaller

Die ersten Anfänge wissenschaftlicher Betrachtung der Ukraine gehen bereits auf das 19. Jahrhundert zurück, politisch bedingt jedoch kann erst nach dem Ersten Weltkrieg von einer Ukrainistik in Prag, Berlin und nach dem Zweiten Weltkrieg in München gesprochen werden. Die Darstellung der europäischen Ukrainistik in diesem Buch hat die Entwicklung dieses Teilgebietes der Slawistik für Deutschland und Europa, in Ausblicken auch für Nordamerika und Australien zum Ziel. Der Arbeit liegt eine umfangreiche Primär- und Sekundärliteratur zu Grunde, einbezogen wurden auch Archivmaterialien aus Berlin und München. Im Ergebnis zeigt sich ein umfassendes Bild nicht nur ukrainistischer Forschung, sondern auch der Lehre an mitteleuropäischen Universitäten. Trotz aller Förderung seit dem Jahre 1990 ist zu befürchten, dass mit den Beschränkungen der Osteuropa-Forschung auch die Ukrainistik nach einer kurzen Blütezeit wieder in den Hintergrund gedrängt wird.

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V. Wissenschaftliche Einrichtungen und Organisationen der Ukrainistik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg

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Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren sowohl das Ende der Ukrainischen Freien Universität in Prag als auch die Schließung des Ukrainischen Wissen- schaftlichen Instituts in Berlin unumstößliche Tatsachen geworden. Die ukraini- sche Emigration und damit auch die exilukrainische Wissenschaft mussten eine neue Heimat finden, was in Bayern der Fall war, wo sich trotz der Nachkriegs- verhältnisse erste, wenn auch zunächst äußerst bescheidene Möglichkeiten einer neuen Wissenschaftsorganisation boten. Nach dem Wegfall der Deutschen Uni- versität Prag, den Universitäten Breslau und Königsberg und den zunächst unge- klärten Verhältnissen in Berlin war München der einzige Universitätsstandort, wo sich die Möglichkeit zu Osteuropaforschungen und damit auch Möglichkeiten für die Ukrainistik boten. Erste Chancen für eine Fortsetzung wissenschaftlicher Arbeit auf dem Gebiete der ukrainischen Sprache, Literatur und Kultur boten sich in der Stadt Augsburg335. Am 16. November 1945 fand in der „Somme-Kaserne“ in der Stadt Augsburg eine Zusammenkunft von zwölf ukrainischen Wissenschaftlern statt, wobei es sich um aktive Mitglieder verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften, der Lemberger Ševčenko-Gesellschaft, der Prager Historisch-Philologischen Gesell- schaft sowie anderer wissenschaflicher Einrichtungen, Museen und vergleich- barer Einrichtungen handelte. An der Zusammenkunft nahm auch der Leiter des zentralen Kultur- und Bildungskomitées, Dmytro Dorošenko teil. Nachdem die Versammlung Ausführungen zu verschiedenen möglichen Organisationsformen angehört hatte, mit denen die Umsetzung des Zusammenschlusses der wissen- schaftlichen Kräfte in der Gestalt von Assoziationen, Gesellschaften oder einer Freien Akademie der Wissenschaften...

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