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Georg Baselitz und der Neue Typ

Die frühen Werke- Auf dem Weg zu einem neuen Menschenbild

Reinhard Herz

Ziel dieser Untersuchung ist es, das frühe Œuvre von Georg Baselitz systematisch und umfassend zu erkunden – als Voraussetzung für alle späteren Entwicklungen bis hin zur Motivumkehr. In den frühen 60er Jahren entwickelt der Künstler in Westberlin aus informellen Anfängen heraus eine neue gegenständliche Figuration. Auf dem Weg zur Formung eines neuen Menschenbildes setzt er der Abstraktion eine strikt anthropomorph ausgerichtete Figuration entgegen, deren wichtigstes Kennzeichen die Verknüpfung von informellen Elementen und naturgegebener Körperform in einer männlichen Einzelfigur ist. Rückblickend lassen sich zwischen 1958 und 1966 Werkphasen abgrenzen, die mit der Darstellung von Köpfen, Torsi, einer sich aufrichtenden Gestalt und dem Auftreten eines scheinbar uniformierten Neuen Typs die allmähliche Rückgewinnung der menschlichen Gestalt aus ihrer informellen Auflösung zeigen.

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Vorwort

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Seit den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind Bilder und Teilaspekte des frühen Oeuvres von Georg Baselitz in Beiträgen zu Katalogen und in Zeitschriften- Artikeln häufig kommentiert worden. Eine Analyse der Kontinuität und der Zusammen- hänge zwischen verschiedenen Werkgruppen des Frühwerks und eine Inbeziehungsetzung mit dem Gesamtwerk ist hingegen in der bisherigen Literatur nicht umfassend vorge- nommen worden. Die vorliegende Untersuchung, eine überarbeitete Fassung meiner Dissertation, die ich im Juli 2010 an der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität zu Bonn eingereicht habe, setzte sich daher zum Ziel, die Entwicklungslinien des frühen Oeuvres sowohl chronologisch als auch themenzentriert zu erhellen. Der Ver- such, formale und inhaltliche Merkmale dieser Werke über einen zusammenhängenden Zeitraum rückblickend zu erfassen, ist als erster Baustein für eine systematische Analyse dieses Werkabschnitts als Voraussetzung für das spätere Werk intendiert. Ohne die Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft einer ganzen Anzahl von Personen hätte ich die Arbeit nicht verfertigen können. Mein besonderer Dank gilt zuerst meiner Doktormutter, Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet, für den Anstoß zu meiner intensiven Aus- einandersetzung mit dem gewählten Thema und ihre nimmermüde Bereitschaft, in anre- genden und kritischen Gesprächen den Fortgang der Arbeit zu begleiten. Mein herzlicher Dank gebührt Prof. Dr. Roland Kanz für die zügige Erstellung des Zweitgutachtens. Detlev Gretenkort und dem Sekretariat Georg Baselitz gilt mein besonderer Dank für die wohlwollende Beratung und die Möglichkeit, das Archiv Georg Baselitz...

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