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Entschuldigung und Entschuldigungsannahme im Täter-Opfer-Ausgleich

Eine soziolinguistische Untersuchung zu Gesprächsstrukturen und Spracheinstellungen

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Gabriele Klocke

Die interdisziplinär angelegte Studie verbindet ein sprachwissenschaftliches mit einem strafrechtlichen Erkenntnisinteresse: So werden aus sprachwissenschaftlicher Perspektive Entschuldigungs- und Entschuldigungsannahmehandlungen als spezifische Rituale in einem strafrechtlich relevanten Kontext, nämlich dem Täter-Opfer-Ausgleich untersucht. Die Autorin spürt dabei theoretisch wie empirisch der sprachlichen Form dieses Rituals, seiner gesprächsorganisatorischen Lokalisierung sowie seiner pragmatischen Organisation als Sprechaktsequenz nach. Die entsprechenden Befunde werden strafrechtlich gerahmt: So zeigt die Autorin, in welche diskursiven Prozesse Entschuldigung und Entschuldigungsannahme im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs eingebettet sind, d.h. ob die Durchführung dieses Rituals von den Mediatoren der Ausgleichsgespräche als Erfolgskriterium betrachtet wird und inwiefern sein Gelingen von der Sprachkompetenz aller Beteiligten abhängt.

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Kategorienset der Inhaltsanalyse Personendaten Geschlecht (5.1.2; 5.7.2) [Praxiserfahrung in Jahren]* Die kontextuale Motiviertheit des Entschuldigungsrituals Das Strafrecht institutionalisiert einen Entschuldigungsraum (5.2.2; 5.2.2.a) Entschuldigung aus Verfahrensgründen (5.2.2.b) Der TOA als Ort des Alltagsgesprächs (5.2.2.c) Phänomenologie: Externe Kontexte der Entschuldigung und Vergebung (Raucher-)Pause (5.2.2.c) Vollzug der Entschuldigung im regionalen Umkreis des TOA-Büros (5.2.2.c) Externe Vorabklärung des Konflikts und Ausbleiben der Entschuldigungs- Vergebungssequenz im Ausgleichsgespräch (5.2.2.c) Phänomenologie: Das vorkommen des Entschuldigungsrituals Wahrnehmung und Einschätzung der volitionalen Hürde der Entschuldigung (5.6.1) Formulierung einer Entschuldigung fällt schwer (5.6.1) Vergleich des Aufwandes „Es tut mir leid“ vs.„Entschuldigung“ (5.6.1) Wiedergutmachungsformeln fallen leichter (5.6.1) Wahrgenommenes Vorkommen von Entschuldigungsannahmen (5.4; 5.5.2) Vergebung als formelhafter Sprechakt kommt im TOA nicht vor (5.3, 5.5.2.a(aa)) Wahrnehmung der nicht-authentischen Entschuldigung (5.2.2.e, 5.6.2.b) Einstellungen gegenüber dem Konzept „Vergebung“ (5.3) Konzept des Sprechaktes „Vergebung“ ist nach Meinung der Media- toren veraltet (5.3) Biblische Assoziation zum Ausdruck „Vergebung“ (5.3) Unterscheidung der Ausdrücke „Vergebung“ und „Verzeihung“ (5.3; 5.5.1.a(bb)) Nicht jede Entschuldigungsannahme ist Vergebung (5.3) 376 Mediantenmerkmale im Kontext von Entschuldigung und Vergebung (5.7) Alter der Medianten (5.7.1) Geschlecht (5.7.2) [Kulturelle Herkunft]* [Mediatorenseitiges Postulat der Merkmalsrelativität]* Paradigmatische Aspekte des Sichentschuldigens (5.5.2) Körpersprachliche Aspekte am Beispiel des Handschlags (5.5.2.b.(ee)) Wortschatz der Medianten (5.6.1) Leerstelle (5.2.2.d, 5.5.1.a, 5.6.1) Verweigern der Entschuldigung (5.4; 5.2.2.c, 5.2.2.d, 5.5.4.b) Unvermögen sich zu entschuldigen (5.6.1)] Täterseitige Reparaturformeln Kap. 5.5.1 Substantiv „Entschuldigung“ (5.5.1.a(aa)) Imperativ „Entschuldige“/“Entschuldigen Sie (bitte)“ (5.5.1.a(aa)) Absichtsbekundung mit „wollen...

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