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Die Reformen von Windesheim und Bursfelde im Norden

Einflüsse und Auswirkungen auf die Klöster in Holstein und den Hansestädten Lübeck und Hamburg

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Marina Loer

Die Kongregationen von Windesheim und Bursfelde waren die größten Klosterverbände, die im Zuge der spätmittelalterlichen Ordensreformen entstanden. Den Wirkungen dieser Reformbewegungen auf Klöster in Holstein, Lübeck und Hamburg ist die Studie gewidmet. Damit wird eine von den Zentren der Reform aus gesehen periphere Klosterlandschaft in den Blick genommen. Das Erkenntnisinteresse der Studie richtet sich dabei sowohl auf den Prozess der Reformeinführung als auch auf die innerklösterliche Umsetzung. Einerseits wird untersucht, wie sich der actus reformationis mit den daran beteiligten Handlungsträgern gestaltete. Andererseits wird der Frage nach einer Verinnerlichung der Reform anhand zweier Schriftzeugnisse, nämlich des Cismarer Nekrologs und der Bordesholmer Professurkunden, nachgegangen.

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4 Auswirkungen und Umsetzungen der Reformen in den drei Männerklöstern

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Zentrales geistliches Reformanliegen war die monastische Umkehr, die Umkehr zur vita communis, zur Armut, zur Verinnerlichung. Sie wurde vor allem durch das neue Verfassungselement der Kongregationen institutionalisiert, welches die Statuten und damit die Anleitungen zum praktischen Reformleben vorgab. Aus diesem Prozess re- sultierte eine Reihe von Reformphänomenen. Zu diesen wird allgemein der wirtschaft- liche Aufschwung reformierter Klöster gezählt, ihre Konjunkturen der Buch- und Schriftkultur sowie die neuerliche Pflege des Geschichtsbewusstseins, welche einher- ging mit einer Rückbesinnung auf Gründer, Stifter und Patrone. Auch eine Phase der verstärkten baulichen Um- und Neugestaltung, vor allem im Sinne der Klausur und der vita communis, wird als allgemeine Reformauswirkung genannt.423 Um nun die Reformumsetzung in ihren Auswirkungen für ein einzelnes Kloster bzw. eine Klostergruppe zu untersuchen, wie es auch in dieser Arbeit geschehen soll, müssen nach GLEBA, „sämtliche Quellenarten, schriftliche und nichtschriftliche, Ge- brauchstexte und Realien, auf ihre Durchdringung mit reformerischem Gedankengut untersucht werden.“424 Ein solches Vorgehen ist jedoch nicht unproblematisch, da es dazu verleiten kann, Quellen als Ausdruck von Reformbestimmungen zu interpretie- ren, nur weil sie in die reformierte Zeit des Klosters datieren und von angeblichem Reformgedankengut „durchdrungen“ scheinen. Ein Kausalzusammenhang ist oftmals nicht feststellbar, weswegen ohne konkrete Belege in den Quellen auf allgemeine Er- kenntnisse rekurriert wird. So kann beispielsweise die Aktualisierung von Verwal- tungsschriftgut einen Hinweis auf eine mögliche Reformauswirkung geben, einen Be- weis stellt sie ohne ausdrücklichen Bezug auf die Klosterreform in den Quellen nie- mals dar.425 Daher werden...

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