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Die ökonomische Analyse des Rechts

Entwicklung und Perspektive einer interdisziplinären Wissenschaft- Festschrift für Michael Adams-

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Edited By Henning Curti and Tobias Effertz

Diese Festschrift für Professor Dr. Michael Adams stellt einen Querschnitt aus den Forschungsbereichen zusammen, denen er sich während seiner bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeit intensiv widmete. Sie umfassen u.a. die Regulierung von Tabakprodukten, Prävention gefährlichen Konsums, die ökonomische Analyse von Religion, Institutionenökonomie, Glücksspiel und dessen Regulierung, Familienökonomie, Gesellschaftsrecht und das Thema Vorstandsvergütung. Die Zusammenstellung von Beiträgen seiner Kollegen und Schüler diskutiert sowohl grundsätzliche Fragestellungen des Law & Economics Bereiches als auch aktuelle Probleme verschiedener Teil-Gebiete.

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Ethisches Versagen am Gemein wohl bei Lobby gesteuerte rGlücksspielpolitik ? - Wissenschaftskritische und persönliche Bemerkungen - Jobst Böning

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291 Ethisches Versagen am Gemeinwohl bei Lobby gesteuerter Glücksspielpolitik ? - Wissenschaftskritische und persönliche Bemerkungen Jobst Böning Allgemeine Vorbemerkungen Die besonderen Eigenarten von Glücksspielen sind einerseits das sehr variable Suchtrisiko mit sehr unterschiedlicher sozioökonomischer Folgelast. Anderer- seits steht die Tatsache, dass Glücksspiele im Markt nur dann funktionieren und für die Betreiber rentabel bestehen können, wenn die allermeisten Spieler durch- schnittlich mehr verlieren als gewinnen. Damit verkehren sich die grundsätzli- chen Vorteile eines freien Marktes ins Gegenteil. Veranstalter wie Vermittler tragen deshalb bei relativ niedrigen Produktionskosten und einer derzeitigen Marktgröße in Deutschland von ca. 30 Milliarden € pro Jahr ein äußerst geringes wirtschaftliches Risiko, die betroffenen Spieler hingegen ein umso größeres (Adams). Schließlich ist der Glücksspielmarkt kein normaler Markt mit unbedenklich Wert schöpfenden Profiten, denn es handelt sich bei Glücksspielen um soge- nannte demeritorische Güter, die sogar dem StGB § 284 ff unterliegen. Solche nicht verdienstvollen „Güter“ befriedigen zwar Bedürfnisse für Staat und Ge- sellschaft ebenso wie die anthropologisch verwurzelte Lust am Spiel und Wet- ten. Sie sind jedoch trotz beträchtlicher Wohlfahrtsabgaben auf Grund ihrer teilweise erheblichen negativen Konsequenzen an sich unerwünscht und unter- liegen deshalb einer staatlichen Regulierung. Das Sportwettenurteil des Bundes- verfassungsgerichts (BfG) von 2006 bestätigte zwar das staatliche Lotto/Toto - Monopol. Allerdings unter der Auflage, dass der Spielerschutz und die Bekämp- fung der Glücksspielsucht vorrangiges Ziel sein müsse und wirtschaftliche Inte- ressen nicht wie bisher...

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