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Die Rolle der EU-Außenpolitik im Kosovo (1989-2010)

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Faruk Ajeti and Resmije Kurbogaj

Der Kosovo ist das letzte Land, das nach dem Zerfall Jugoslawiens unabhängig geworden ist. Im Vergleich zu den anderen jugoslawischen Republiken dauerte der Prozess der Unabhängigkeit des Kosovo länger. Seit Ende der 1990er Jahre war die EU politisch und wirtschaftlich immer stärker präsent in der Balkanregion. Zu Beginn, in der so genannten Phase der Passivität von 1989 bis 1995 sowie in den ersten beiden Jahren nach Unterzeichnung des Dayton-Vertrages, fehlte der EU die Dynamik und Bereitschaft, sich mit der Kosovo-Frage auseinanderzusetzen. Die dritte Phase von 1998 bis 1999 war charakterisiert durch ein zunehmend aktives Engagement der EU in Kooperation mit den anderen internationalen Akteuren. Die vierte Phase von 1999 bis 2010 war gekennzeichnet durch die Übernahme der Verantwortung für den wirtschaftlichen Aufbauprozess und durch eine Initiative Rolle für die Erlangung der Unabhängigkeit des kosovarischen Staates.

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1. Interview mit Botschafter Dr. Wolfgang Petritsch am 15. Juli 2011 FRAGE: Das Jahr 1989 war definitiv nicht nur für den Kosovo ein Jahr der his- torischen Veränderungen, sondern auch für die Sowjetunion. In diesem Jahr wurde die Wiedervereinigung Deutschlands realisiert, der Krieg in der Golfregi- on hat stattgefunden und der Niedergang der Bipolarität zwischen der Sowjet- union und den USA wurde eingeleitet. Im selben Jahr wurden im Kosovo ge- waltsame Verfassungsänderungen durchgeführt. Wie würden Sie die Lage in Jugoslawien zu dieser Zeit unter Berücksichtigung der politischen Situation im Kosovo erläutern? PETRITSCH: Das „annus mirabilis“ 1989 war – ganz klar – das entschei- dende Jahr mit dem Ende des Kalten Krieges, des Zusammenbruchs des kom- munistischen Sowjetsystems in Osteuropa, des Falles der Berliner Mauer. Die internationale Aufmerksamkeit war gleichsam fixiert auf die dramatischen Um- wälzungen in der Sowjetunion. Man hat nicht nach Jugoslawien geschaut. Wenn es einen Krieg geben würde – so die allgemeinen Befürchtungen – würde er auf dem Territorium des Sowjetimperiums ausbrechen. Diese Sorge hat sich be- kanntlich als grundlos herausgestellt. Die kommunistische Sowjetunion hat sich von innen her aufgelöst, ist sozusagen implodiert. Das „Mutterland Russland“ hat die nicht-russischen Teile des kommunistischen Blocks eigentlich ziemlich friedlich ziehen lassen. Nicht nur die osteuropäischen „Satelliten“ von Bulgarien über Ungarn, die Tschechoslowakei, und Polen bis hin zur DDR, auch die ehe- maligen Sowjetrepubliken wie die Ukraine, Belarus, jene des turkmenischen Os- tens, konnten sich mehr oder weniger friedlich in eine...

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