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Das Kinderzimmer

Eine empirische Analyse verräumlichter Programme der Kindheit

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Heidi Jörges

Die Studie nimmt eine Untersuchung des Kinderzimmers als einen Herstellungs- und Reproduktionsmodus sozialer Ungleichheit vor. Es wird davon ausgegangen, dass zeittypische Semantiken der Kindheit (und des Raumes) nicht nur generelle Verräumlichungen und Platzierungen der Kindheit bewirken, sondern dass sich spezifische Programme und Kalküle der Verortung von Kindheit aufdecken lassen, die deutlich mit dem sozialen Status der Eltern verbunden sind. Es wird angenommen, dass das Zusammenspiel der Kalküle, welche Eltern mit dem Zimmer für ihr Kind verbinden, und der Bedeutungszuschreibungen an das eigene Zimmer durch die Kinder je nach soziostrukturellem Hintergrund der Familien variiert. Ziel der Untersuchung ist es, diese konkreten Formen des Zusammenwirkens als Verräumlichungsprogramme der Kindheit empirisch aufzudecken.

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5. Schlussbetrachtung

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Hauptgegenstand der Studie waren die Verräumlichungsprogramme der Kindheit als Produktions- und Reproduktionsmodi sozialer Ungleichheit vor dem Hintergrund einer Analyse des Kinderzimmers. Begegnet wurde diesem Forschungsinteresse mit den Fragen nach den elterlichen Kalkülen der Verortung ihrer Kinder einerseits und den Selbstverortungsstrategien der Kinder andererseits. Hierzu wurde eine qualitative Vorstudie mit drei theoretischen Zugängen zum Kinderzimmer als Behälterraum der Entwicklungskindheit, als Durchgangsraum von Macht, als ästhetisierter Raum sozialer Ungleichheit für die Operationalisierung des heuristischen Modells in Anspruch genommen. Anschließend wurde das transformierte Modell in Form einer teilstandardisierten Einstellungsbefragung ins Feld geführt. Auf der Grundlage der vorliegenden Daten wurden neun Verortungsdimensionen als vier Eltern- und fünf Kinder- skalen aufgedeckt, geprüft, interpretiert sowie nach Möglichkeit validiert und interkorreliert. Die durchgehend schwachen bis mäßigen Korrelationen deuteten spezifische Wechselbeziehungen zwischen den Verräumlichungskalkülen der Eltern und den Selbstverortungstendenzen der Kinder näherungsweise an. Hierbei zeigte sich unter anderem, dass die Verortungskalküle der Eltern eingesenkt sind in unterschiedliche Formen des Widerstandes und der Mitwirkung vonseiten der Kinder an der Herstellung von Raumgrenzen, Raumbezügen und Machtrelationen. Im Anschluss daran wurde eine Untersuchung vorgenommen, als deren Ziel eine genauere Spezifikation des Zusammenhangs zwischen soziostrukturellen sowie familienstrukturellen Merkmalen der Befragten und den aufgespürten Verortungsmodi zu nennen ist. Anlässlich einer Reihe varianzanalytischer Mehrfachvergleiche konnten vier Verräumlichungsprogramme der Kindheit ermittelt werden, die sich durch eine je besondere Konstellation sozio- struktureller Hintergründe der Befragten zu erkennen geben. 254 Zusammenfassend lassen sich hieraus vier Extremtypen aufzeigen....

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