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Der Mensch und seine Welt

Zur erkenntnistheoretischen Klärung der Stellung des Menschen in der Welt und der Bedingungen der Verwirklichung seiner Freiheit- Das System der Philosophie II

Abraham Ehrlich

In diesem Teil des Systems der Philosophie gilt es die Beziehung der prinzipiellen Struktur der Subjektivität zu dem «Ich» als der ganze, lebendige Mensch zu bestimmen. Diese konkrete individuelle Verwirklichung des Menschen kommt in seiner Freiheit, die sein Wesen als Individuum bestimmt und als solches konstituiert, zum ausgezeichneten Ausdruck. Zum Menschen kann man nur durch die Bestimmung des besonderen Verhältnisses des Menschen zum Wirklichkeitsganzen kommen. In diesem Verhältnis und in der damit verbundenen «zweite Schöpfung» des Menschen ist die letzte Antwort auf die Fragen zu suchen und zu finden, was unter Mensch-Sein im Allgemeinen und «Wer bin ich?» im Besondern zu verstehen ist.

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I. Einführendes

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1. Im einführenden Teil des Systems („Die systematische Struktur der Wirk- lichkeit“)1 ging es um die Begründung der Möglichkeit wie auch der Notwen- digkeit der systematischen Philosophie als umfassende Erkenntnistheorie aus dem Begriff und dem Prinzip der Wahrheit. Damit ist auch die Einteilung des Systems in Disziplinen begründet. Das heißt, die Einordnung der verschiedenen Disziplinen in das System der Philosophie begründet nicht nur ihre Eigenart, sondern zeigt gleichzeitig, dass die Einteilung der Philosophie in die verschiedenen Disziplinen nicht subjektiv, sondern objek- tiv, also notwendig und erschöpfend ist. Dabei haben wir gesehen, dass die bloße Tatsache des Bestehens des einzelnen Subjekts, also des einzelnen denkenden Glied der Wirklichkeit von vornherein zwei Gesamtzusammenhänge oder Gesamtbereiche bestimmt: Die Sphäre des Subjekts als Subjekt und alles, was mit ihm als solches verbunden ist, und die Sphäre alles dessen, was nicht Subjekt ist, d.h., was nicht zur Identität des Sub- jekts als solches gehört, mit ihr verbunden ist und zu deren Konstitution oder Bestimmung beiträgt. Wenn wir dort vom Subjekt als solches sprachen, bedeutete das, dass wir nicht ein bestimmtes, konkretes und insofern zufällig ausgewählten lebendigen Indi- viduum, sondern das Subjekt der Erkenntnis schlechthin meinten. Im oben genannten Teil des Systems stand die logische Struktur der Wirklichkeit im Zentrum unseres Interesses: Es galt den Zusammenhang zwischen (der) Wirklichkeit und (dem) Denken zu bestimmen, der allein jede Wahrheit bzw. die Wahrheit für ein erkennendes Subjekt ermöglicht und...

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