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Der Mensch und seine Welt

Zur erkenntnistheoretischen Klärung der Stellung des Menschen in der Welt und der Bedingungen der Verwirklichung seiner Freiheit- Das System der Philosophie II

Abraham Ehrlich

In diesem Teil des Systems der Philosophie gilt es die Beziehung der prinzipiellen Struktur der Subjektivität zu dem «Ich» als der ganze, lebendige Mensch zu bestimmen. Diese konkrete individuelle Verwirklichung des Menschen kommt in seiner Freiheit, die sein Wesen als Individuum bestimmt und als solches konstituiert, zum ausgezeichneten Ausdruck. Zum Menschen kann man nur durch die Bestimmung des besonderen Verhältnisses des Menschen zum Wirklichkeitsganzen kommen. In diesem Verhältnis und in der damit verbundenen «zweite Schöpfung» des Menschen ist die letzte Antwort auf die Fragen zu suchen und zu finden, was unter Mensch-Sein im Allgemeinen und «Wer bin ich?» im Besondern zu verstehen ist.

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III. Die Verantwortungslehre I: Das Sitten-Gebot und die Menschenrechte

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49 III. Die Verantwortungslehre I: Das Sitten-Gebot und die Menschen- rechte 1. Die bisherige Darlegung hat das Wesen des Menschen und seine absolute Eigentümlichkeit in dem Mittelpunkt gestellt. Die Frage ist nun, welche Bedin- gungen erfüllt sein müssen, damit es dem Menschen möglich ist, sein menschli- ches Wesen und seine Persönlichkeit diesem Wesen gemäß zu entwickeln, ohne damit andere Personen in ihrer persönlichen Entwicklung zu beeinträchtigen? Welche notwendigen und ausreichenden Bedingungen lassen sich also bestim- men, die die Verwirklichung der Freiheit und die Vermeidung von Willkürherr- schaft möglich machen? Die Beantwortung dieser Fragen wird es uns möglich machen, die konkrete Gültigkeit der Würde des Menschen genauer zu bestim- men. Die erste und fundamentalste Bedingung besteht in der bedingungslosen und ausnahmslosen Beachtung dessen, was Menschenrechte genannt wird. Der Ausdruck „Menschenrechte“ gehört zur der Gruppe derjenigen Ausdrücke, die die interessante Eigenschaft besitzen, selbstverständlich und eindeutig zu sein, jedoch nur, solange man nicht fragt, was mit ihnen gemeint ist. Sehr oft stößt man auf Listen verschiedener Ansprüche, die „Menschenrechte“ genannt werden. Warum diese Ansprüche den Namen „Rechte“ überhaupt verdienen und warum diese angeblichen Rechte als Menschenrechte verstanden werden sollen und müssen, das ist genauso oft schwer zu erfahren. Der Umfang von solchen Listen ist unterschiedlich und hängt von der Definition des Begriffs „Menschenrechte“ ab. Die Definition selbst ist nicht einheitlich und wird, so ist aus solchen Listen zu entnehmen, durch geschichtliche, politische, gesellschaftliche...

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