Show Less

Der Mensch und seine Welt

Zur erkenntnistheoretischen Klärung der Stellung des Menschen in der Welt und der Bedingungen der Verwirklichung seiner Freiheit- Das System der Philosophie II

Abraham Ehrlich

In diesem Teil des Systems der Philosophie gilt es die Beziehung der prinzipiellen Struktur der Subjektivität zu dem «Ich» als der ganze, lebendige Mensch zu bestimmen. Diese konkrete individuelle Verwirklichung des Menschen kommt in seiner Freiheit, die sein Wesen als Individuum bestimmt und als solches konstituiert, zum ausgezeichneten Ausdruck. Zum Menschen kann man nur durch die Bestimmung des besonderen Verhältnisses des Menschen zum Wirklichkeitsganzen kommen. In diesem Verhältnis und in der damit verbundenen «zweite Schöpfung» des Menschen ist die letzte Antwort auf die Fragen zu suchen und zu finden, was unter Mensch-Sein im Allgemeinen und «Wer bin ich?» im Besondern zu verstehen ist.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

VII: Die Frage nach der Hoffnung

Extract

1. Die Frage, worauf der Mensch hoffen darf, lässt sich nicht direkt beantwor- ten. Wir sind genötigt, zunächst das Wesen der Hoffnung zu bestimmen. Aller- dings kann der Versuch, das Wesen der Hoffnung zu bestimmen, nicht in der Suche nach einer Definition für den Begriff der Hoffnung bestehen. Die Suche nach einer solchen Definition ist jedenfalls ein sinnloses Unternehmen, denn es ist gar nicht möglich, einen solchen Begriff zu definieren. Der Zusammenhang, der diesen Begriff in seiner Bedeutung bestimmt, ist einfach zu breit, um eine solche Definition zu ermöglichen: Er ist der breiteste Zusammenhang der menschlichen Existenz überhaupt. Und mit der Hoffnung stoßen wir in der Tat auf etwas, das mit dem Sinn des persönlichen, individuellen Lebens im breites- ten Zusammenhang der menschlichen Existenz wesentlich zu tun hat. Betrachtet man die Hoffnung als empirisches Faktum, so sieht man in ihr eine Haltung des Menschen, die sich aus seiner Bezugsnahme auf eine von ihm erwünschte und angestrebte andere Möglichkeit der Lebenssituation als diese speist, in der er sich konkret befindet. Das Faktum des Hoffens, wie es in dem Akt der Hoffnung zum Ausdruck kommt, setzt also den einzelnen Menschen in Beziehung zur Zukunft im Allgemeinen und zu seiner eigenen Zukunft im Besonderen. Dabei ist der reine Akt der Hoffnung frei, wobei man jedoch mit Erfüllung nicht rechnen. Diese Beziehung des Einzelnen zur Zukunft, zu seiner Zukunft, ver- weist nicht nur darauf, wie "ausgeliefert" er der Welt eigentlich ist, sondern besonders...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.