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Streifzüge durch die Welt der Sprachen und Kulturen

Festschrift für Dieter Huber zum 65. Geburtstag-

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Edited By Melanie Arnold, Silvia Hansen-Schirra and Michael Poerner

Der Band versammelt Beiträge aus den Bereichen der Sprachwissenschaft, der Kulturwissenschaft und der Translationswissenschaft. Freunde, Kollegen und Schüler gratulieren dem Jubilar, der den Lehrstuhl für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz innehatte, zu seinem 65. Geburtstag. Die Sammlung zeichnet sich durch die große Bandbreite an behandelten Themen aus, die sich auch in der Lehr- und Forschungstätigkeit des Jubilars widerspiegelt.

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Christos Karvounis: Diglossie und Übersetzung: Eine historische Skizze am Beispiel des Griechischen

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125 Christos Karvounis Diglossie und Übersetzung: Eine historische Skizze am Beispiel des Griechischen1 1 Diglossie Diglossie als Terminus geht auf den Literaten und Satiriker Emmanuil Roidis zurück,2 aber es war Jannis Psycharis (Jean Psichari), ein in Paris lehrender Lin- guist und Professor für Neugriechisch, der den Begriff in den wissenschaftlichen Kreisen Europas bekannt machte. Trotz Psycharis’ Versuche (und einiger ande- rer nach ihm),3 Diglossie als allgemeinlinguistischen Terminus zu etablieren, blieb dieser für mehrere Jahrzehnte – etwas vage definiert – vorwiegend auf die Sprachverhältnisse im zeitgenössischen Griechenland beschränkt und bekannt, um die Opposition zwischen Volkssprache (Dimotiki) und Hochsprache (Katharevousa) zu erklären. Als eigentlicher „Schöpfer“ von Diglossie als soziolinguistischem Terminus gilt zu Recht der amerikanische Soziolinguist Charles Ferguson, der mit seinem 1959 erschienenen Artikel4 ein terminologisches Rüstzeug lieferte, das einen erhebli- chen Teil der Sprachverhältnisse auf der ganzen Welt zu erklären und zu analy- sieren vermochte und noch immer vermag.5 Nach Ferguson ist Diglossie die Ko- existenz zweier Sprachvarietäten einer Sprache in derselben Sprachgemeinschaft, von denen aber die eine, die in der Regel verschriftet ist, mit hohem sozialen An- sehen verbunden ist und vorwiegend für formelle Zwecke verwendet wird, z.B. als Literatur- und Wissenschaftssprache, in der Öffentlichkeit, in staatlichen In- stitutionen usw. Dieser sog. High variety (H-Varietät) steht eine andere, in der Regel nicht verschriftete, Varietät (Low variety, L-Varietät) gegenüber, die über nur geringes Ansehen verfügt und im Wesentlichen für die Alltagskommunikati- on...

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