Show Less

Streifzüge durch die Welt der Sprachen und Kulturen

Festschrift für Dieter Huber zum 65. Geburtstag-

Series:

Melanie Arnold, Silvia Hansen-Schirra and Michael Poerner

Der Band versammelt Beiträge aus den Bereichen der Sprachwissenschaft, der Kulturwissenschaft und der Translationswissenschaft. Freunde, Kollegen und Schüler gratulieren dem Jubilar, der den Lehrstuhl für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz innehatte, zu seinem 65. Geburtstag. Die Sammlung zeichnet sich durch die große Bandbreite an behandelten Themen aus, die sich auch in der Lehr- und Forschungstätigkeit des Jubilars widerspiegelt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Sascha Hofmann: Organisation der Übersetzungswissenschaft Anregungen zur übersichtlicheren Gliederung einer jungen Wissenschaft

Extract

203 Sascha Hofmann Organisation der Übersetzungswissenschaft Anregungen zur übersichtlicheren Gliederung einer jungen Wissenschaft 1 Ausgangssituation Der Blick in die Kompendien der Übersetzungswissenschaft1 zeigt, dass die sich seit nunmehr einem halben Jahrhundert währenden Bestrebungen, eine eigene Wissenschaft zu werden, von einer großen Uneinigkeit über deren Zusammen- setzung und Herkunft begleitet ist und es nahezu unmöglich macht, die zugehö- rigen Teilgebiete exakt zu bestimmen.2 Die zahlreichen Beiträge zur Namensge- bung und die Diskurse zur Positionierung der Wissenschaft zeigen diese erhebli- chen Dissonanzen zwischen den einzelnen Protagonisten.3 Herkunftsfragen äu- ßern sich an Kontroversen wie angewandte Sprachwissenschaft versus Kultur- wissenschaft, Rollenkonflikte an Diskussionen um Interdisziplinarität und Pra- xisbezug, um nur einige Felder zu nennen, in denen der schwelende Konflikt um die Fragen, was gehört mit welcher Berechtigung eigentlich zur Übersetzungs- wissenschaft, nur allzu deutlich wird.4 Obwohl eine wie bei Schreiber (2011) be- schriebene Verwandtschaftsbeziehung zur Sprachwissenschaft kaum von der Hand zu weisen ist, hat sich womöglich aufgrund fehlender Regulierung ein Me- thodenpluralismus (vgl. Kaindl 1997: 240) etabliert, der letztlich, wie Siever (2010: 14) es beschreibt, Ausdruck einer gewissen Orientierungslosigkeit ist. Hinzu kommt, dass die Orientierung am Paradigmenbegriff mit dem Auftauchen einer neuen stringent erscheinenden Forschungsfrage immer wieder zu grundle- genden disziplinären Diskussionen geführt hat, in deren Folge bestehende Para- digmen5 oft vollständig verworfen wurden. Beispielhaft kann hier die Ablehnung der deskriptivistischen Ansätze, auf die später noch eigegangen wird, aufgrund ihrer zu engen Bindung an die Literaturwissenschaft, angeführt werden. Diese 1...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.