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Gustav Mahler – Arnold Schönberg und die Wiener Moderne

Edited By Karl Katschthaler

Der Band versammelt zehn Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Tagung, die anlässlich des 100. Todestages von Gustav Mahler und des 60. Todestages von Arnold Schönberg im Dezember 2011 an der Universität Debrecen (Ungarn) stattfand. Musikwissenschaftler, Philosophen und Literaturwissenschaftler aus Ungarn, Österreich und Deutschland werfen nicht nur Schlaglichter auf eine musikpolitische Allianz zwischen zwei Komponisten verschiedener Generationen und die musikästhetischen Verbindungslinien zwischen Gustav Mahler und der Wiener Schule, sondern beschäftigen sich auch mit dem kulturellen Kontext ihres Schaffens, insbesondere mit den literarischen Einflüssen und der eigenen literarischen Produktion sowie ihrer Rezeption im 20. Jahrhundert.

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Manuel Gervink (Dresden). Arnold Schönbergs Bewunderung gegenüber Gustav Mahler – Schüler, Kollege, Freund?

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Manuel Gervink (Dresden) Arnold Schönbergs Bewunderung gegenüber Gustav Mahler – Schüler, Kollege, Freund? Anekdotisches Das Verhältnis von Arnold Schönberg und Gustav Mahler war im Grunde das des Newcomers gegen den etablierten Komponisten und Direktor der Wiener Hofoper Gustav Mahler. Der Kontakt ist wohl über Schönbergs Freund, Lehrer und späteren Schwager, Alexander von Zemlinsky, zustande gekommen; Zem- linsky hatte Alma unterrichtet und sich Hoffnungen auf eine Ehe gemacht, die der wesentlich ältere Mahler nicht nur durchkreuzte; Alma bezeichnete Zem- linsky von nun an – gleichsam als wollte sie sich für ihr Vorleben entschuldigen – überdies als „hässlichen, kinnlosen, ungewaschenen Gnom“. So jedenfalls ist es durch Schönbergs Enkel Arnold Greissle überliefert1, der hier möglicherweise etwas übertrieben hat. Tatsache ist aber, dass Zemlinsky als die Inkarnation des „hässlichen Mannes“ in der Wiener Gesellschaft galt, was ihm zwar kaum gefal- len haben dürfte, ihn andererseits aber nicht daran hinderte, den lockeren Kon- takt zu Mahler aufrecht zu erhalten. Die erste Begegnung Schönbergs und Zem- linskys mit Mahler schildert Greissle so: Die beiden [Schönberg und Zemlinsky] waren völlig in ihr Gespräch vertieft. Sie re- deten laut, beinahe als ob sie stritten. Hie und da blieb einer von ihnen stehen und verstellte dem anderen den Weg, um seine Aufmerksamkeit ganz auf das zu lenken, was er da eben sagte. Dabei fuchtelten sie mit den Armen, rollten mit den Augen, bebten vor Erregung. Es ging jedoch nichts Sonderliches vor, denn so redeten die...

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