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Gustav Mahler – Arnold Schönberg und die Wiener Moderne

Edited By Karl Katschthaler

Der Band versammelt zehn Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Tagung, die anlässlich des 100. Todestages von Gustav Mahler und des 60. Todestages von Arnold Schönberg im Dezember 2011 an der Universität Debrecen (Ungarn) stattfand. Musikwissenschaftler, Philosophen und Literaturwissenschaftler aus Ungarn, Österreich und Deutschland werfen nicht nur Schlaglichter auf eine musikpolitische Allianz zwischen zwei Komponisten verschiedener Generationen und die musikästhetischen Verbindungslinien zwischen Gustav Mahler und der Wiener Schule, sondern beschäftigen sich auch mit dem kulturellen Kontext ihres Schaffens, insbesondere mit den literarischen Einflüssen und der eigenen literarischen Produktion sowie ihrer Rezeption im 20. Jahrhundert.

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Endre Kiss (Budapest, Sopron).Friedrich Nietzsches Stellung in Gustav Mahlers geheimer Revolution der Musik

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Endre Kiss (Budapest, Sopron) Friedrich Nietzsches Stellung in Gustav Mahlers geheimer Revolution der Musik Gustav Mahlers gesamte Wiener Jugend steht in einem von Nietzsche zutiefst durchdrungenen Medium. Dieses Ausmaß der Präsenz eines Philosophen gehört zu den Ausnahmeerscheinungen einer Soziologie der Intellektuellen und der Kunst. Für die praktische Rezeptionsforschung bedeutet es eine kaum zu behe- bende Schwierigkeit, dass man abwechselnd die Identitäten und Ähnlichkeiten (zwischen Nietzsche und Mahler) und die Differenzen (zwischen Nietzsche und Mahler) zu erklären gezwungen wird. Manchmal erscheint in diesem Nietzsche- Medium des jungen Mahler die Erklärung der markanten Differenz beinahe noch schwieriger als die sich aus dem Rezeptionsvorgang ergebende Identität oder Ähnlichkeit. Gustav Mahlers Grundverhalten ist sehr konsequent. Es fehlt bei ihm die of- fene Identifizierung mit Nietzsche, es fehlen die Schlüsselmomente der Selbst- erklärung. Mahler gebraucht an Stelle offener Erklärungen eine Sprache der sachlichen Identifizierung. Er bewegt sich in den intellektuellen Räumen der Musik, der Musiktheorie und des musikalischen Lebens so, dass er mit der aller- deutlichsten Transparenz mit dem Namen von Nietzsche verbunden ist, ohne sich in dieser Angelegenheit in irgend einer Dimension als exemplarisch zu er- leben, worauf wir noch zurückkommen werden. Er beruft sich kaum persönlich auf Nietzsche, er bewegt sich anstatt dessen in Nietzsches Land der Kunst und der Musik. Auf der anderen Seite distanziert er sich auch nicht von Wagner. Auch in dieser Richtung spricht er eine Sprache der konkreten Taten und Ent- scheidungen. Hier scheint am wichtigsten...

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