Show Less

Klimaskepsis in Deutschland

Handlungsempfehlungen für Politik und Wissenschaft

Tanja Fröhlich

Klimaskeptiker schließen einen anthropogen verursachten Klimawandel aus und zweifeln an der Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Ergebnisse sowie an dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC). Eine öffentliche Klimaskepsis in Deutschland ist – im Gegensatz zu den USA – weitgehend unbekannt. Spezifische wissenschaftliche und politische Rahmenbedingungen könnten jedoch auch in Deutschland zur Verbreitung von Klimaskepsis in der Gesellschaft beitragen. Die Autorin analysiert diese Rahmenbedingungen und entwickelt Handlungsempfehlungen an Politik und Wissenschaft, um wissenschaftlich nicht fundierter Klimaskepsis entgegenzuwirken.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Klimaskepsis

Extract

Wie die Ausführungen des vorangegangenen Kapitels zeigen, gibt es keinen Grund, an dem wissenschaftlich akkuraten Zustandekommen der inhaltlichen Ergebnisse des IPCC im Bereich der naturwissenschaftlichen Grundlagen zu zweifeln. Die Regeln guter Praxis wissenschaftlichen Arbeitens und darüber hinaus Professionstugenden werden weitestgehend beachtet bzw. derzeit refor- miert. Das Hauptargument der Klimaskeptiker ist es jedoch, dass die Ergebnisse grundsätzlich falsch sind. Insgesamt sprechen Klimaskeptiker der Klimafor- schung zum anthropogenen Klimawandel, der Organisation des IPCC und seinen Arbeitsergebnissen die Glaubwürdigkeit ab. Warum messen Klimaskeptiker den IPCC nicht an den überprüfbaren Glaub- würdigkeitskriterien bzw. interpretieren die Bewertung fundamental anders? Dazu werden nachfolgend die Historie der Klimaskepsis und die Argumente und Arbeitsweisen der Klimaskeptiker näher beleuchtet. 2.1. Klimaskepsis im Wandel der Zeit Klimaforschung war, insbesondere in ihrer Entstehungsphase, nicht unumstrit- ten. Die Etablierung des Klimathemas hat sich nach Weingart in wissenschaft- lichen, politischen und medialen Diskursphasen vollzogen. Danach gilt als erste selbstbezügliche Phase (1975–1985) des wissenschaftli- chen Diskurses die Zeit, in der die Hypothesen zu einem möglichen anthropoge- nen Klimawandel dringlicher wurden. Die damit verbundene wachsende Besorg- nis der Klimaforscher äußerte sich bis etwa Mitte der 1980er Jahre vor allem in der Forderung nach weiteren Forschungsmitteln, um die Entwicklungen weiter beobachten zu können.57 Parallel dazu ist der politische Diskurs von Skepsis und Abwehr gekennzeichnet. Die Regierung verwies abwartend auf die wissenschaft- liche Beobachtung, sah aber weder Gefahr noch Handlungsdruck.58 57 Vgl. Weingart, Peter et al.: Von der Hypothese zur Katastrophe. Der anthropogene Klima- wandel...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.