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Klimaskepsis in Deutschland

Handlungsempfehlungen für Politik und Wissenschaft

Tanja Fröhlich

Klimaskeptiker schließen einen anthropogen verursachten Klimawandel aus und zweifeln an der Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Ergebnisse sowie an dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC). Eine öffentliche Klimaskepsis in Deutschland ist – im Gegensatz zu den USA – weitgehend unbekannt. Spezifische wissenschaftliche und politische Rahmenbedingungen könnten jedoch auch in Deutschland zur Verbreitung von Klimaskepsis in der Gesellschaft beitragen. Die Autorin analysiert diese Rahmenbedingungen und entwickelt Handlungsempfehlungen an Politik und Wissenschaft, um wissenschaftlich nicht fundierter Klimaskepsis entgegenzuwirken.

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4. Handlungsempfehlungen

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4.1. An Politik und Wissenschaft Empfehlung 1: IAC-Empfehlungen nicht verwässern Der Reformprozess des IPCC wurde im März 2010 mit der Beauftragung des InterAcademy Council (IAC) zur Überprüfung der Prozesse und Verfahren des IPCC eingeleitet. Im August 2010 hat das IAC seinen Bericht mit klaren Emp- fehlungen für notwendige Veränderungen vorgelegt. Der IPCC hat diese Emp- fehlungen im Oktober 2010 im Panel diskutiert und erste Schritte zu ihrer Reali- sierung eingeleitet. Einige der Empfehlungen wie z.B. die Beschränkung der Amtszeiten oder der Umgang mit Grauliteratur wurden jedoch auch kritisch diskutiert und sollen modifiziert verwirklicht werden. Der IPCC wird sich keine halbherzige Reform leisten können, zu groß ist der Imageverlust der letzten Jah- re. Von dort bis zum Verlust der Glaubwürdigkeit ist die Spanne nicht weit. Die Organisation steht mit dem 5. Sachstandsbericht (AR 5) wieder einmal unter Beobachtung von Medien, Politik, Öffentlichkeit und Klimaskeptikern. Die Aus- sagen des AR 5 werden diesmal zwangsläufig in Verbindung mit den Vorkomm- nissen um den AR 4 sowie dem Reformprozess in Verbindung gebracht werden. Daher hat der AR 5 im Gegensatz zu früheren Sachstandsberichten auch eine systemimmanente Bedeutung. Klimaskeptikern, aber auch anderen Kritikern sollte so wenig wie möglich die Chance gegeben werden, die Ergebnisse des IPCC aufgrund „alter Fehlerquel- len“ anzugreifen. Aus der Erfahrung ist die Überhöhung von Vorwürfen durch Klimaskeptiker, aber auch durch Medien bekannt. Dem Vorwurf, die Reform sei nur Kosmetik gewesen und sonst sei alles beim Alten geblieben, sollte...

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