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Der Tonhöhenumfang der deutschen und russischen Sprechstimme

Vergleichende Untersuchung zur Sprechstimmlage

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Augustin Ulrich Nebert

Das Sprechen erfolgt durch die artikulatorische Realisation von Lauten und durch prosodische Merkmale, die sich unter anderem im verwendeten Tonhöhenverlauf äußern. Dem Tonhöhenbereich kommt als Ausdrucksmittel und Wikungsfaktor besondere Bedeutung zu und er ist für die logopädische, sprech-erzieherische, phoniatrische und sprachdidaktische Arbeit relevant. Bisher wurde insbesondere die mittlere Sprechstimmlage beschrieben. In dieser Arbeit wird der gesamte Tonhöhenumfang sowie die Häufigkeit der Verwendung einzelner Tonhöhenbereiche betrachtet und die Wirkung eines sensiblen Bereiches für das Deutsche akustisch und auditiv untersucht. Im Russischen wird dieser Bereich anders funktionell verwendet, wodurch Interferenzen in der Wahrnehmung deutsch sprechender Russen möglich sind. Zur Beschreibung wird ein Zusammenhang zwischen Phonationsmodus und dem verwendeten sprachenspezifischen Sprechbereich hergestellt. Die Erkenntnisse dieser Arbeit münden in Empfehlungen für den Deutschunterricht für russische Muttersprachler und für eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Terminologie.

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6.1 Übersichten zur Begriffsverwendung der Sprechstimmlage 6.1.1. Terminologievorschläge Tabelle 34: Terminologievorschläge zur Sprechstimmlage Begriff semantische Beschreibung Sprechstimmlage verwendeter Tonhöhenumfang und seine Ansied- lung im Tonumfang der Stimme (vgl. Kap. 2.1.5, 36) Melos Tonhöhenverlauf der Grundfrequenz (vgl. Kap. 2.1.6, 38) mittlere Sprechtonhöhe akustisch gemessener arithmetischer Mittelwert zentrale Sprechtonhöhe akustisch gemessener Medianwert (Zentralwert) häufigste Sprechtonhöhe akustisch gemessener Modalwert Folgende Termini sollten nicht verwendet werden, da sie von verschiedenen Au- toren unterschiedlich beschrieben werden und nicht eindeutig definiert sind (vgl. Kap. 2.1.1.4, 23): mittlere Sprechstimmlage: Diese auditiv gemittelte Tonhöhe wird durch den Mitvollzug einer dritten Person bestimmt und ist deshalb stark subjektiv determi- niert. Ein Rückschluss auf akustische Mittelwerte, die auch im therapeutischen Einsatz objektivieren, kann nicht unmittelbar getroffen werden (vgl. Kap. 2.1.1.1, 17; 2.4.7, 128 & 2.4.8, 132). Indifferenzlage: Die Begriffsverwendung der „Indifferenz“ spiegelt keine ange- messene Beschreibung für die Sprechstimme und ist historisch lediglich auf Be- schreibungsmerkmale der Artikulationsstelle zurückzuführen oder wird in ande- ren Zusammenhängen gesehen (vgl. Kap. 2.3.8, 102). Ebenso ist sie in der Be- schreibung als physiologische Norm fraglich, zumindest ohne die gemeinsame Betrachtung mit dem Phonationsmodus und gegebenenfalls dem Stimmregister (vgl. Kap. 2.1.1.2, 19 & 3.4.3, 212). Auch erschließt sich für Laien schlecht eine Verbindung zur Sprechstimme (vgl. Kap. 2.4, 108). 258 6.1.2. Begriffsverwendung in der Fachliteratur Diese tabellarische Übersicht ergänzt das Kapitel zu Begriffsklärung (vgl. Kap. 2.1.1.4, 23). Tabelle 35: Übersicht der Terminologie ausgewählter Autoren Bezeichnung Literaturangabe auditory mean...

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