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Interkulturalität und Kognition

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Edited By Tamás Lichtmann and Karl Katschthaler

Dieser Band geht auf die Konferenz «Interkulturalität und Kognition» zurück, die im Rahmen der Tagung der Gesellschaft ungarischer Germanistinnen und Germanisten (GUG) vom Institut für Germanistik der Universität Debrecen zwischen dem 29. und 30. Mai 2009 veranstaltet wurde. Die Beiträge erkunden Schnittstellen des Spannungsfeldes von Interkulturalität und Kognition, wie sie die kognitive Anthropologie, die kognitive Hermeneutik und die Narratologie darstellen, an Beispielen aus der österreichischen, deutschen, schweizerischen, ungarischen Literatur sowie der Migrationsliteratur. Gemeinsam ist ihnen das Streben nach Überschreitung der methodologischen Grenzen der Philologie in Richtung einer transdiziplinären und interkulturellen Literaturwissenschaft.

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Endre Kiss: Wien und Berlin. Kultur im Kraftfeld von Kognition und Interkulturalität

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43 Endre Kiss Wien und Berlin Kultur im Kraftfeld von Kognition und Interkulturalität 1. Wenn im weiteren über „Rationalität” die Rede sein wird, verstehen wir unter dieser Kategorie nicht die „normal” funktionierende Rationalität der Normalwis- senschaft, auch nicht unmittelbar den Rationalitätsbegriff der analytisch einge- stellten Wissenschaftslogik beliebiger Provenienz. Wir visieren in diesem Ver- such eine mehr umfassende Vorstellung an, eine historische Kategorie (gerade und thematisch aber nicht in dem Sinne ihrer eventuellen „historizistischen” Einstellung), die auf wissenschaftslogische Essentialität zwar auf die allerlegi- timste Weise zurückgeht, nichtsdestoweniger aber einen über die disziplinären Grenzen hinausgehenden Denkstil ausmacht, der ursprünglich von den Wissen- schaften ausgehend das Denken einer Epoche, sowie das Denken einer Gesell- schaft zu durchdringen weiß. Dass modernes Denken und moderne Gesellschaftlichkeit mit einem geradezu expansiven Vorstoss, wenn nicht Triumphzug der Rationalität zutiefst zusam- menhängen, ist bereits eine allseitig akzeptierte Einsicht. Die latente oder expli- zite Stellungnahme für oder gegen diesen Prozess der Rationalisierung teilt die Repräsentanten des modernen Denkens in spektakulärer Weise in zwei, einander feindlich gegenüberstehende Lager. Wir können kaum einen relevanten Konflikt oder Antagonismus aus jedem beliebig ausgewählten sozialen Subsystem nen- nen, der letztlich nicht zwei, einander antagonistisch gegenüberstehenden Posi- tionen zur Frage der Modernisierung, bzw. der Moderne beinhalten würde. Es geht generell schon so weit, dass man manchmal warnen sollte, diesen letzten Bezugsrahmen für diese Konflikte und Antagonismus nicht allzu früh als den alles lüsenden remedy...

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