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Zuteilungsansprüche bei Aktien-Neuemissionen

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Arndt Franke

In Zeiten opportunen Marktverhaltens bei der Neuemission von Aktien kam und kommt es oft zu einer Ungleichbehandlung von Anlegern bei der Verteilung neuer Aktien. In dieser interdisziplinären Arbeit wird in ökonomischer Hinsicht das Phänomen des Underpricing als Grund für vielfach überzeichnete Börsengänge erörtert sowie Platzierungsverfahren erläutert. Basierend auf einer juristischen Analyse der Verteilungsverfahren leitet der Autor einen Anspruch auf gleichmäßige Berücksichtigung der Anleger bei der Zuteilung her. Unter Bezugnahme auf regulatorische Reformbemühungen in den USA und Großbritannien zeigt der Autor Reformperspektiven für deutsche Zuteilungsregeln auf. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Ausweitung der informationellen Chancengleichheit von Anlegern bei einem Börsengang.

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4. Teil: Rahmenbedingungen für Aktien-Neuemissionen in anderen Rechtsordnungen an den Beispielen USA und Großbritannien

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206 Ein Schadensersatzanspruch steht dem Anleger auch aus Prospekthaftung ge- gen die Bank und den Emittenten zu, wenn diese ein angekündigtes Zuteilungs- verfahren nicht oder nicht ordnungsgemäß umsetzen. Bei Missachtung einer kon- kreten und rechtsverbindlichen Zuteilungszusage seitens der Bank besteht darüber hinaus ein Anspruch auf Schadensersatz. Unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere bei der Nichtbeachtung von namentlichen Friends & Family-Pro- grammen, steht dem Anleger weiter ein Anspruch auf Schadensersatz zu aus dem zwischen Emittent und Konsortialbank geschlossenen Emissionsvertrag als Ver- trag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter. Aus der Sicht eines bei der Zuteilung übergangenen Anlegers ist dieses Er- gebnis auf den ersten Blick ernüchternd. Insbesondere ist bedauerlich, dass den Anlegern praktische Beweisschwierigkeiten bei der Durchsetzung der Ansprüche auf Schadensersatz gegen die Banken nach der Zuteilung – ohne allein sachge- rechte Zuteilungskriterien – entgegenstehen. Insofern ist fraglich, ob allein die reine Möglichkeit vieler Schadensersatzklagen mit Kosten- und Imagerisiken die Banken motiviert, sich bei der Zuteilung von Aktien auf sachgerechte Zutei- lungskriterien zu beschränken. Allerdings legt das Wertpapierhandelsgesetz die Verhaltenspflichten für die Konsortialbanken fest und gewährt den Anlegern keinen eigenen Anspruch auf Zuteilung, sondern bei Verletzung der Verhaltens- pflichten einen Anspruch auf Schadensersatz. Daher kann für eine Bank als öko- nomisch und rational handelndes Unternehmen eine in diesem Sinne indirekte Pönalisierung für eine Verhaltensänderung genügen. Droht der Bank ein Scha- den durch Schadensersatzklagen vieler (Klein-)Anleger, entstünden ihr erhebli- che Kosten. Im fünften Teil der Arbeit sollen de lege ferenda gebotene Ausgestaltungs- m...

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