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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.

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1 Zwei Überraschungsgäste und deren Pläne

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Für den Vormittag hatten sich zwei Herren angemeldet. Es gehe um Kunst, ge- nauer, um moderne Kunst und um deren Vermittlung. Das hatten sie ihr gesagt, nicht mehr. Aus Frankfurt kamen beide Herren zu ihr in das wenig zerstörte, ländliche Hofheim, westlich der Mainmetropole. Die Herren standen in Verbindung zu den Amerikanern. Ein streng abgeschirmter Sperrbezirk war das Hauptquartier der Besatzungsmacht zu dieser Zeit, untergebracht im ehemaligen Verwaltungsge- bäude der IG Farben, das nahezu unversehrt das Bombardement der Stadt über- standen hatte. Von dort hatten sie wohl angerufen, denn die Telefonleitungen in der Stadt waren anderthalb Jahre nach Kriegsende noch nicht alle wieder herge- stellt. Die Städte lagen in Trümmern, so auch Frankfurt. Zerstört war der historische Stadtkern, nur noch die Hälfte des ehemaligen Wohn- und Geschäftraums vor- handen, aufragende Brandmauern, Fenster, die sich aus dem Nichts öffneten, Tü- ren, hinter denen sich nichts mehr verbarg, durch die man von der Straße ins Freie trat, in der Luft hängende, halbe Zimmer, plötzlich einstürzende Fassaden verschütten die schon frei geräumten Straßen erneut und Trümmerberge, Trüm- merberge überall. Das war das Zentrum Frankfurts 1946. Wie Hohn erschienen die Firmenschilder an den Fassadenresten. Was die Re- klameschilder aus gesprungenem Emaille anpriesen, gab es nirgends mehr zu kaufen, kaum war die Minimalversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, zwischen den Trümmern Kleingärten, die Bewirtschaftung und Bestellung jeder verfügbaren Freifläche war B...

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