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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.

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8 Der Lehrling: Joachim Cüppers

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Abbildung 3: Joachim Cüppers, 1993 Der junge Joachim war froh, dass sein Onkel Günther, der ihm schon die Ar- beitsmöglichkeit im Offiziersclub der Amerikaner, dem Lotus Club, vermittelt hatte, ihn nun auch im Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath einge- führt hatte. Was hatten sie nicht in den letzten Jahren alles gemeinsam erlebt, der Onkel und er. Heute nun sollte er ihn nach Oberaula begleiten. Graphiken von Käthe Koll- witz sollten sie abholen. In aller Frühe wollten sie sich am Bahnhof treffen und den Zug nehmen. Während Joachim sich an diesem Morgen im strömenden Regen auf den Fußweg zum Bahnhof machte, gingen ihm erneut die vergangenen Ereignisse durch den Kopf, überschlagen hatte sich alles in den beiden letzten Jahren. So gut wie alles hatte sich verändert, seit er, ebenso wie der Onkel Dresden verlas- sen hatte. 108 Dresden – Joachim Cüppers hatte die Stadt bisher nicht wieder gesehen. Sie lag nun in der sowjetischen Besatzungszone. Schreckliches hatte man von dort gehört, die gesamte Altstadt sei zerstört, Ruinen, wo ehemals das Schloss, die Frauenkirche und die Semperoper gestanden hatten. Durch das Bombardement der Briten, kurz bevor der Krieg zu Ende ging, habe die Stadt ihr Gesicht völlig verloren. Mit einer lebhaften Fantasie begabt, gelang es Joachim Cüppers nicht, dies einfach zu verdrängen. Immer wieder schoben sich Bilder der geliebten Stadt vor sein inneres Auge. Dabei hatte der Krieg ihn zunächst verschont, die Masern hatten ihn...

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