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Die Kunstvermittlerin Hanna Bekker vom Rath

Die Anfänge des Frankfurter Kunstkabinetts Hanna Bekker vom Rath- 2., überarbeitete Auflage

Ulrike Fuchs

Das Buch behandelt einen Ausschnitt aus dem Leben der Hanna Bekker vom Rath, die eine herausragende Persönlichkeit des kulturellen Nachkriegsdeutschlands und brillante Kunstvermittlerin war und mit ihrem Frankfurter Kunstkabinett und in ihrem legendären blauen Haus in Hofheim am Taunus Geschichte schrieb. Die für ihre Zeit überaus emanzipierte Art, mit der Hanna Bekker vom Rath den Repressalien des nationalsozialistischen Kunstdiktates trotzte und sich für die als entartet gebrandmarkte, expressionistische Kunst auch über den Krieg hinaus einsetzte, brachte die Autorin innerhalb ihrer journalistischen Tätigkeit auf die Spuren dieser couragierten Frau.

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17 Aus der Speisekammer ins Kunstkabinett – Arbeiten von Alexej Jawlensky

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Nur drei Wochen blieben Hanna Bekker für die letzten Vorbereitungen der Ge- dächtnisausstellung des 1941 verstorbenen Malers Alexej von Jawlensky. Mitte August sollte diese im Kunstkabinett eröffnet werden. Schon vor ihrer Abreise an den Bodensee hatte sie Helene Jawlensky, die Witwe des Malers, die in der Beethovenstraße in Wiesbaden lebte, mehrmals al- leine und auch zusammen mit Dr. de le Roi besucht und mit ihr über die Mög- lichkeiten einer Ausstellung gesprochen. Ohne Rücksprache mit ihrem Sohn, der auch Maler war, wolle diese jedoch keine Arbeiten des Vaters aus der Hand ge- ben. Mit diesem ängstlich vorgetragenen Argument hatte Helene Jawlensky Hanna Bekker immer wieder auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Wenige Wochen zuvor war nun endlich ihr Sohn Andreas aus russischer Kriegsgefan- genschaft zurückgekehrt. Gemeinsam waren sie zu der Überzeugung gelangt, dass eine Ausstellung der Arbeiten Alexej von Jawlenskys im Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath den Bildern des Mannes und Vaters ge- recht werden würde und hatten ihr endlich zugestimmt. Hanna sah in diesem Vertrauensbeweis eine Fortführung ihres langjährigen Engagements für den Künstler. Der Ausstellung stand seither nichts mehr im Wege. Einen größeren Gegensatz als den zwischen dem selbstsicheren Selbstbe- wusstsein und der Unabhängigkeit Hanna Bekker vom Raths und dem sich- Un- terordnen und Dienenwollen Helene Jawlenskys kann man sich kaum vorstellen. Solange ihr Mann lebte, war Helene daran gewöhnt gewesen, sich ganz im Hin- tergrund zu halten und den Haushalt zu...

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