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Kirche in Welt

Christentum im Zeichen kultureller Vielfalt

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Edited By Andreas Hölscher, Anja Middelbeck-Varwick and Markus Thurau

Der christliche Glaube ist durch große kulturelle Vielfalt geprägt, die auf das Selbstverständnis der Kirche als «Weltkirche» einwirkt: Kontextuelle wie interkulturelle Verstehensweisen des weltweiten Christentums gewinnen angesichts globaler Erfahrungsräume zunehmend an theologischer Bedeutung. Die einzelnen Beiträge des Sammelbandes fragen danach, welche Bedeutung regionale Kulturen, Kontexte und das gewandelte globale Weltverstehen für das Christentum besitzen. Europäische wie außereuropäische Räume werden dabei in den Blick genommen, um am Beispiel einzelner Länder, Regionen, Praxen und Personen die jeweiligen Kirchen kennenzulernen und zu erörtern. Die politischen, kulturellen und historischen Rahmenbedingen, in denen sich Ortskirchen vorfinden, werden damit thematisiert.

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Annette Meuthrath: Die indische Kirche zwischen Hindu-Fundamentalismus und Dalit-Frage. Herausforderungen an eine Minderheitenkirche

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Annette Meuthrath Die indische Kirche zwischen Hindu- Fundamentalismus und Dalit-Frage. Herausforderungen an eine Minderheitenkirche Die Christen in Indien schauen auf eine lange Tradition zurück. Es war der Apostel Thomas, der nach den apokryphen syrischen „Thomas- Akten” das Christentum im 1. Jh. nach Indien brachte.1 Auf ihn führen sich die so genannten Thomaschristen in Indien zurück. Bis heute ist das Grab des Apostels im südindischen Chennai/Madras ein wichtiger Pil- gerort für Christen aus ganz Indien. Auch wenn Zweifel an der Historizität der Thomas-Mission bestehen, so ist unumstritten, dass die Wurzeln des Christentums in Indien alt sind und belegbar in das 2. bis 3. Jh. zurückreichen.2 Die Geschichte des Ka- tholizismus in Indien beginnt allerdings sehr viel später, nämlich mit der Ankunft der Portugiesen Ende des 15. Jh.3 Die römisch-katholische Kir- che hielt also relativ spät Einzug in Indien. Dem verdankt sich eine Ei- genart der indisch-katholischen Kirche: Sie umfasst drei verschiedene Riten, den syro-malabarischen, den syro-malankarischen und den latei- nischen Ritus. Der syro-malabarische und syro-malankarische Ritus ge- hören zum ostsyrischen bzw. syrisch-orthodoxen (westsyrischen) Ritus. Ende des 16. Jh. und in der ersten Hälfte des 20. Jh. haben sie sich mit der katholischen Kirche uniert. Beide sind autonome Kirchen sui iuris mit etwa 3.8 Millionen und circa 500.000 Mitgliedern.4 Die Zusammenarbeit der drei katholischen Riten gestaltet sich nicht immer problemlos. So konzentrierten sich die Thomaschristen viele 1 Vgl. z.B. X. Koodapuzha, The History of the Church in Kerala in...

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