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Kirche in Welt

Christentum im Zeichen kultureller Vielfalt

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Edited By Andreas Hölscher, Anja Middelbeck-Varwick and Markus Thurau

Der christliche Glaube ist durch große kulturelle Vielfalt geprägt, die auf das Selbstverständnis der Kirche als «Weltkirche» einwirkt: Kontextuelle wie interkulturelle Verstehensweisen des weltweiten Christentums gewinnen angesichts globaler Erfahrungsräume zunehmend an theologischer Bedeutung. Die einzelnen Beiträge des Sammelbandes fragen danach, welche Bedeutung regionale Kulturen, Kontexte und das gewandelte globale Weltverstehen für das Christentum besitzen. Europäische wie außereuropäische Räume werden dabei in den Blick genommen, um am Beispiel einzelner Länder, Regionen, Praxen und Personen die jeweiligen Kirchen kennenzulernen und zu erörtern. Die politischen, kulturellen und historischen Rahmenbedingen, in denen sich Ortskirchen vorfinden, werden damit thematisiert.

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Markus Thurau: Kontextuelle Theologie im 19. Jahrhundert? Ein Antwortversuch am Beispiel des katholischen Tübinger Theologen Paul von Schanz (1841–1905)

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Markus Thurau Kontextuelle Theologie im 19. Jahrhundert? Ein Antwortversuch am Beispiel des katholischen Tübinger Theologen Paul von Schanz (1841–1905) I. Theologie und Kontext – Einige Präliminarien Nähme man neuere Definitionen des Begriffs „Kontextuelle Theologie“ zur Grundlage, ließe sich die im Titel des vorliegenden Aufsatzes gestell- te Frage recht einfach beantworten: Wenn kontextuelle Theologien dadurch gekennzeichnet sind, „daß der jeweilige gesellschaftlich- kulturelle Kontext, in dem Gläubige leben, zum Ausgangs- und Ziel- punkt der theologischen Reflexion gewählt wird“,1 so dass zwar an dem „universalen Anspruch des Evangeliums“ festgehalten, gleichzeitig aber „partikulare Relevanz“ für sich beansprucht wird,2 dann hat die katholi- sche Theologie des 19. Jahrhunderts keine Entwürfe eines solchen An- satzes vorzuweisen. Von kontextuellen Theologien, für die das kulturell- gesellschaftliche Umfeld ein Konstituens bildet, kann kaum gesprochen werden, da der eigene, eurozentrische Standpunkt als objektiv und allein gültig angesehen wurde. Dennoch gab es vereinzelt theologische Ansät- ze, die den Blick auf die – sowohl eigene wie andere – Kultur und Ge- sellschaft kritisch hinterfragten. So versuchen etwa die Arbeiten des ka- tholischen Theologen und Indologen Edmund Hardy (1852-1904) dem enormen Zuwachs religionsgeschichtlichen Wissens Rechnung zu tra- gen, indem er, obwohl er einem strengen ultramontanen Milieu ent- stammte,3 eine vorurteilsfreie, d. h. nichttheologische Religionswissen- 1 M. Bongardt, Glaubenseinheit statt Einheitsglaube. Zu Anliegen und Problematik kontextueller Christologien, in: K. Müller (Hg.), Fundamentaltheologie – Fluchtlinien und gegenwärtige Herausforderungen, Regensburg 1998, 243–260, hier: 246. 2 G. Collet, Art. Kontextuelle Theologie. I. Systematisch-theologisch,...

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