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Medien und Buddhismus in Viktor Pelevins Roman «Buddhas kleiner Finger» (Čapaev i Pustota): Gefangenschaft und Befreiung

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Inna Ganschow

Die Arbeit beschäftigt sich mit Viktor Pelevins Roman Čapaev i Pustota und rückt dabei die literarischen Verfahren des Autors, die seinen Schreibstil charakterisieren, in den Mittelpunkt der Analyse. Auf der inhaltlichen Ebene des Romans wird die das Bewusstsein krank machende Wirkung der Medien aufgezeigt. In der ästhetischen Form des Romans werden dagegen Strategien des Buddhismus verwirklicht, die als heilende Gegenmaßnahme verstanden werden können. Methodisch geht die Arbeit zunächst werkimmanent vor und greift dabei auf die kommunikationstheoretisch fundierte Narratologie zurück. Abschließend wird der Roman im Ganzen als «literar-buddhistisch geprägter Antimedienroman» charakterisiert.

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Einführung

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Die russischen Intellektuellen, oder diejenigen, die sich als solche ansahen, begrüßten einander Mitte der 1990er Jahre mit der Frage, ob man Pelevin gelesen habe und wie man ihn so finde. Seitdem der Schriftsteller 1996 seinen Roman Чапаев и Пустота publizierte, wurde er zu einer Figur, die man entweder lieben oder hassen, verehren oder auslachen, wahrnehmen oder ignorieren konnte, dessen Popularität, Originalität und geheimnisvolle Erscheinung man aber einfach anerkennen musste. Pelevins Kommentar zum provokanten Buchtitel, der aus dem Namen des bekannten sowjetischen Bürgerkrieghelden und dem großgeschriebenen Wort Leere bestand, lautete: „[...] это первый роман в мировой литературе , действие которого происходит в абсолютной пустоте.“ [Пелевин 2001: эл. ресурс] Anderthalb Jahrzehnte später sind die Meinungsverschiedenheiten um sein Werk nicht geringer geworden, nichtsdestoweniger führt er 2009 in einer Internet-Umfrage die Liste der 100 bedeutendsten russischen Intellektuellen an. [OpenSpace.Ru] Seine Werke sind in viele Sprachen übersetzt, und der Kultroman Чапаев и Пустота wurde in Russland inzwischen knapp 30 Mal neu aufgelegt. Pelevin ist längst ein Thema auch in den Universitätsseminaren, auf wissenschaftlichen Konferenzen und in einer Vielzahl von Publikationen weltweit. Die Besonderheiten seines Schreibstils und zentrale Motive seiner Werke werden analysiert und erforscht, jedoch blieben bislang zwei Kernbereiche, die im Roman Чапаев и Пустота und dem Gesamtwerk eine zentrale Stellung einnehmen, unberücksichtigt: Medien und Buddhismus in ihrer Verbindung. Diese zentralen Themen werden in vorliegender Arbeit ausführlich untersucht. Im Folgenden wird zuerst der Forschungsstand skizziert, bevor auf Ansätze und Methoden, die in dieser Arbeit gewählt wurden, und den Aufbau eingegangen wird. Forschungsstand. Viktor Pelevin bewegte und polarisierte nicht nur die Kreise der Intellektuellen. Spätestens seit dem Erscheinen...

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