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Wissenstransfer durch Deutsch als Fremdsprache

Eine internationale Perspektive

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Edited By Anna Lewandowska and Matthias Ballod

Warum lernen Ausländer heute Deutsch? Mit welchen Lernbedingungen sind sie konfrontiert? Welche Standards können sie in ihrer Ausbildung und von der Ausbildung ihrer Lehrkräfte erwarten? Diesen Fragen widmet sich der vorliegende Band aus international vergleichender Perspektive. Sprachlich-kommunikative Kompetenzen sind dabei als Generalschlüssel für den Wissenstransfer zu begreifen: Sprachlicher und fachlicher Wissenstransfer sind zwei gleichrangige Anforderungen bei Zugang, Erwerb und Vermittlung von Wissen, und zwar ganz besonders in verschiedenen interkulturellen Kontexten. Die Beiträge werfen einen Blick auf Bedingungen, Formen und Probleme von DaF-Unterricht und Deutschlehrerausbildung und diskutieren Reformvorschläge. Der Band setzt die verschiedenen Spielarten des Wissenstransfers in eine Beziehung zum Deutschlernen und verankert damit das Thema Wissenstransfer als einen eigenständigen Aspekt in Deutsch als Fremdsprache.

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Üben als Wissenstransfer. Am Beispiel von Deutsch als Fremdsprache

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Anna Lewandowska / Gerd Antos (Halle) 1 Wissenstransfer und Üben Dass ein erfolgreicher Wissenstransfer etwas mit einer Einübung und daher mit Übung bei der Aneignung von Wissen zu tun haben könnte, ist in manchen Be- reichen der Bildungsdiskussion in Deutschland weithin aus dem Blick geraten. So vermerken die Lehr- und Lernforscherinnen Aljoscha Neubauer und Elsbeth Stern in ihrem durchaus als programmatisch zu verstehenden Buch Lernen macht intelligent: Der kapitale Fehler der Bildungsreform der 1960er und 1970er Jahre bestand darin, dass man dem Üben nur geringe Bedeutung beigemessen hat. Es galt die Dinge zu verstehen, nicht auswendig zu lernen. Damit wurden künstliche Widersprüche auf- gebaut. Tatsächlich ist automatisiertes Wissen die Voraussetzung für Verstehens- prozesse, eben weil man für Verstehensprozesse freie Arbeitsgedächtniskapazitäten braucht (Neubauer/Stern 2009: 165). Obwohl die Unumgänglichkeit des Übens weder im Sport, beim Musizieren oder aber in Schule und Hochschule geleugnet werden kann, ist „Üben“ in der aktuellen Fremdsprachendidaktik und damit auch in der Didaktik des Deutschen als Fremdsprache weithin ein „Non-Thema“. Seit in der Pädagogik das Ideal eines selbstbestimmt-autonomen und „kreativen“ Lernens vorherrscht, löst – so scheint es – das Thema „Üben“ Verlegenheit aus: Neben einer gewissen theore- tischen „Ratlosigkeit“, wie man mit diesem Thema umgehen soll, steht in prak- tischer Hinsicht oft die Sorge um mangelnde Akzeptanz bei Lernern ebenso im Vordergrund wie die Angst, Lerner zu überfordern. Die „Lust am Lernen“ durch ausgeklügelte Motivationshilfen zu fördern, ist ohne Zweifel sehr sinnvoll. Denn „Üben“, insbesondere in...

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