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Der historische Roman

Erkundung einer populären Gattung

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Edited By Hans-Edwin Friedrich

Der historische Roman zählt zu den Erfolgsgattungen der letzten 20 Jahre, doch erst jetzt beginnt die Literaturwissenschaft, sich intensiv mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Der Sammelband widmet erfolgreichen Leseklassikern des Genres ausführliche Fallstudien. Er geht der Rehabilitierung des Geschichtsromans in der Postmoderne nach und beschäftigt sich besonders mit den parahistorischen und metafiktionalen Romanformen, die das Verhältnis von factum und fictum verhandeln und fachliche Trends der Geschichtswissenschaft aufgreifen. Der Band bietet darüber hinaus detaillierte Untersuchungen zu aktuellen Bestsellern und deren Tendenz, sich vom traditionellen Modell der nationalen Erfolgsgeschichte ab- und der «Abweichlergeschichte» zuzuwenden. Den Abschluss bildet eine Primärbibliographie des historischen Romans seit 1985.

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Michael Düring: Henryk Sienkiewicz,"Quo vadis?"

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Henryk Sienkiewicz, Quo vadis? Michael Düring Einführung Mit der Überschrift Wehe, wenn Nero kommt erinnerte das Feuilleton der Zeit am 27. Oktober 2011 an das sechzigjährige Jubiläum der Fertigstellung eines Films, der den knappen lateinischen Titel Quo vadis trägt.1 Es ist davon auszu- gehen, dass viele Leserinnen und Leser des vorliegenden Bandes zum histori- schen Roman sich an den Film erinnern, jeder wird vermutlich auch den damals noch jungen Peter Ustinov in der Rolle des – gelinde gesagt – wahnsinnigen Ne- ro vor Augen haben, der auf unnachahmliche Weise seine Lyra traktiert. Wer aber ist jener Henryk Sienkiewicz, der 1905 mit dem Literaturnobelpreis deko- rierte Autor hinter dem Roman, der zu einem Welterfolg wurde, und dies lange vor der 12 Jahre dauernden und dann 1951 abgeschlossenen Verfilmung durch Mervyn Le Roy für die MGM-Studios?2 (Werk)-Biografisches Henryk Sienkiewicz (1846-1916) gehört zu den drei großen polnischen Roman- ciers des letzten Drittels des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts – seine Mit- streiter im literarischen Feld des polnischen Positivismus respektive Realismus waren Bolesaw Prus (d.i. Aleksander Gowacki; 1847-1912) und Eliza Orzesz- kowa (1842-1910), eine der großen schreibenden Frauen der polnischen Litera- tur. Sienkiewicz wird in eine von Tataren abstammende Familie hineingeboren, die im 18. Jahrhundert zum Christentum konvertierte und später in den Adels- stand versetzt wurde. Gleichwohl ist seine Familie nicht vermögend, was Sien- kiewicz zwingt, sich seinen Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen. Ganz im Geiste der Zeit und durchaus vergleichbar mit seinem Schriftstellerkollegen...

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